Wirtschaft

Die Zukunft aus Ingolstadt: Audi Skysphere – in himmlischen Gefilden

Die Zukunft Ingolstadts
Audi Skysphere – in himmlischen Gefilden

Mit einem speziellen Showcar will Audi während der „Monterey Car Week“ in Kalifornien zeigen, wohin die Reise in Ingolstadt gehen soll. Doch wer glaubt, dass das Audi Skysphere Concept jemals in Serie gehen wird, wird enttäuscht. Dennoch wird einiges davon die Zukunft beeinflussen.

Das erste Treffen macht sprachlos. Ein fünf Meter langer Roadster in der Größe einer Dodge Viper, mit monströsen Rädern und einer endlos langen Motorhaube. Sieht die Zukunft von Audi so aus? Wird dieses Auto der elektrische Nachfolger des R8 Spyder sein? Designchef Marc Lichte bestreitet vehement, dass die Audi Skysphere, zu englisch skysphere, nur ein Showcar sei – ohne Chance auf Serienfertigung.

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Natürlich wird die Skysphere nicht in Serie gehen, aber ihre Styling-Hinweise werden für zukünftige Audi-Elektroautos obligatorisch sein.

(Foto: Audi)

Aber es gibt ein Stilelement, das man bei Audi-Modellen schnell findet, zumindest bei elektrisch angetriebenen, sagt Lichte. Zum Beispiel der digitale Grill, der nicht mehr der Luftzufuhr dient, sondern hinter dem sich diverse Sensoren, Kameras, Laser, Radar und Ultraschall befinden.

Der Grill kann sogar mit anderen Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern kommunizieren. So sollte die Skysphere. Denn der zweisitzige Roadster lässt sich per Knopfdruck in die Autonomiestufe 4 schalten. Das heißt, der Computer eines Kollegen übernimmt und der Fahrer kann die Hände auf seinen Schoß legen. Das Display entfernt sich vom Fahrer, das Lenkrad verschwindet unter dem Armaturenbrett, die Sitze fahren zurück und – das gilt nur für das Showcar – die Karosserie der Skysphere wird mit einer ausgeklügelten Mechanik um knapp 25 Zentimeter verlängert. In Sekundenschnelle wechselt der Roadster vom aktiven Fahrmodus in den autonomen Lounge- und Relaxmodus.

Erstes von drei Showcars

Der Skysphere ist das erste von drei Showcars, die in den nächsten acht Monaten auf der Audi-Agenda stehen werden. Er wird am 13. August in Kalifornien im Rahmen der berühmten „Monterey Car Week“ auf dem legendären Rasen des Golfplatzes Pebble Beach präsentiert. Die Skysphere parkt hier passenderweise neben einem Horch 853 aus den 1930er Jahren. Der Klassiker diente den Designern von Audi gewissermaßen als Inspirationsquelle, zumindest wenn es um Optik und Luxus ging. Vor zwölf Jahren gewann der Horch hier den Concours d’Elegance.

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Die mächtige Front der Audi Skysphere ist auch Kommunikationszentrum.

(Foto: Audi)

Die Grandsphere wird dann Anfang September auf der IAA in München sein. Die große Coupé-Limousine soll einen Ausblick auf den nächsten A8 im Jahr 2024 geben, natürlich vollelektrisch und auch für Level 4 geeignet. Audi wird sich nach und nach vom Verbrennungsmotor verabschieden – auch in der Oberklasse.

Im Frühjahr folgt die Urbansphere. Der Name verrät bereits den Hauptbereich: die Stadt. Aber man darf nicht hoffen, dass Audi einen elektrischen Nachfolger des legendären A2 auf die Räder stellt. Ingolstadt will sich keiner Kritik aussetzen, wobei die Urbansphere nur die Idee eines BMW i3 kopiert.

Abseits alter Konventionen

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Bei Audi wird der Innenraum zukünftiger selbstfahrender E-Autos weitestgehend digitalisiert.

(Foto: Audi)

Allen drei Sphere-Studien gemeinsam ist das komplett neu gestaltete Interieur. Denn Level-4-Elektrofahrzeuge brechen mit allen Konventionen bisheriger Interieurs und geben Designern neue, bisher unvorstellbare Gestaltungsfreiheiten. „Die Architektur des Innenraums hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr denn je verändert“, sagt Lichte, „der Innenraum wird zum Ort der Entspannung, Vernetzung und aktiven Kommunikation“.

Dass riesige Displays das Cockpit bestimmen, versteht sich von selbst. Bei der Skysphere erstreckt sich der Bildschirm fast über die gesamte Fahrzeugbreite. Das Lenkrad ist fast rechteckig, um die Aufbewahrung unter dem Armaturenbrett zu erleichtern. Auch im Level-4-Modus verschwinden die Pedale. Ist dies erledigt, genießt auch der Pilot die Beinfreiheit, die sonst nur in der ersten Klasse eines Flugzeugs vorhanden ist.

E-Motor mit 634 PS und 500 Kilometer Reichweite

Den Antrieb in der Skysphere übernimmt ein im Heck verbauter E-Motor mit 634 PS und 750 Newtonmeter Drehmoment. Das bedeutet, dass der Roadster in 4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen muss. Sein 80-kWh-Akku ermöglicht zumindest im energiesparenden Cruise-Modus eine Reichweite von rund 500 Kilometern.

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Im Selbstfahrmodus verschwinden Lenkrad und Pedalerie in der Audi Skysphere.

(Foto: Audi)

Um mit dem Roadster auch in engen Situationen zurechtzukommen, verbauten die Ingenieure neben dem verstellbaren Radstand eine Allradlenkung. Eine mechanische Verbindung zum Lenkrad besteht nicht mehr, sondern die Lenkung erfolgt über ein Steer-by-Wire-System. Auch unterschiedliche Übersetzungen und Lenkungseinstellungen können so realisiert werden. Die Elektronik bestimmt auch den Fahrkomfort. Die einzelnen Räder können gezielt angehoben oder abgesenkt werden. Die Skysphere soll ein echter Segelflieger werden.

Wir hatten bereits klargemacht, dass Audi seinen Super Roadster nicht von der Pebble Beach-Bühne auf die Straße schicken würde. Und die Studien lassen sich nur rollen, aber nicht wirklich fahren.

Eigentlich schade. Viele zahlungskräftige Besucher der “Monterey Car Week” würden sicherlich nicht abgeneigt sein, einen Blankoscheck für die Skysphere auszustellen, um die Fahrt mit offenem Dach auf dem berühmten Highway Nr. 1 entlang der kalifornischen Pazifikküste zu genießen. Entweder aktiv als Selbstfahrer oder autonom entspannt – immer begleitet von Musik von „California Dreamin‘“, dem Evergreen von The Mamas & The Papas.

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Lili Falk

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