Wirtschaft

Telekom-Chef Höttges: „Deutschland hinkt bei Digitalisierung hinterher“

„Made in Germany ist angeschlagen“ – wenn es um die Lage der deutschen Wirtschaft geht, ist Telekom-Chef Tim Höttges klar. In einem Vortrag auf der Digital X in Köln Der Manager sagte, das Land habe sich zu lange auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Der Führungsanspruch sei verloren gegangen, die Menschen seien „zu selbstgefällig“ geworden.

Das Land steht vor enormen Herausforderungen: Energiekrise, Inflation und Fachkräftemangel. „Unser Ziel sollte es sein, wieder Spitzenreiter zu werden“, sagt Höttges. Dies gilt insbesondere im Bereich der Digitalisierung. Deutschland zurückgelassen. „Im Ranking der 27 EU-Staaten zur Digitalisierung ist Deutschland vom 11. auf den 13. Platz zurückgefallen“, stellte Höttges fest.

Telekom-Chef fordert mehr Investitionen in die Digitalisierung

„Wir sind im Rückstand“, sagte der Telekom-Chef. Das soll aber nicht sein, denn „Innovation ist der Wohlstand von morgen“. Höttges macht deutlich, was zu tun ist: Es muss mehr in die Digitalisierung investiert werden. Im Idealfall würden diese Investitionen jährlich sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. 2021 investierte Deutschland jedoch nur ein Prozent des BIP.

„Wie soll ‚Made in Germany‘ überleben, wenn Deutschland nicht in Innovationen investiert?“, fragte sich Höttges. Der Manager verglich das Land mit einem Frosch, der glücklich in einem Topf sitzt, der immer wärmer wird. „Würde man den Frosch direkt in heißes Wasser werfen, würde er gleich wieder herausspringen.“ Aber der Frosch bleibt im Topf – „bis er brennt“.

Stand der Digitalisierung bei Behörden „ist ein Skandal“

Wie kann Deutschland seine Probleme angehen? Höttges forderte Politik und Unternehmen auf, den „dritten Horizont“ stärker in den Blick zu nehmen als nur den „ersten Horizont“. „Nicht immer kurzfristig handeln, sondern langfristig investieren“ sollte jetzt die Devise sein. Auch das eigene Unternehmen sieht er als Verpflichtung. „Wir wollen das Lebenselixier der Digitalisierung bilden“, sagt Höttges.

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dafür wollen die Telekom investieren jährlich sechs Milliarden Euro in die Digitalisierung. Höttges versprach, den Glasfaser- und 5G-Ausbau fortzusetzen. Aber auch seitens der Regierung muss etwas getan werden. Im GriechenlandHöttges stellte fest, dass mittlerweile mehr als 1.500 Behördendienste digitalisiert seien – „alles läuft über Apps“.

Deutschland hingegen wird in diesem Jahr voraussichtlich nicht einmal 35 Behördendienste digitalisieren können. „Es ist ein Skandal, wie die Digitalisierung bei den deutschen Behörden vor sich geht“, kritisierte Höttges. Deshalb brauche es „ein Jahrzehnt der Anstrengung“, um „Made in Germany“ wieder zum Leben zu erwecken. „Jetzt heißt es aufräumen“, sagt Höttges.

Lili Falk

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