Wirtschaft

München: Steakhouse Maredo schließt – ein Nachruf – München

Der Generation der Eltern war bereits klar: Dies ist ein weiterer Ami-Schmarrn, vergleichbar mit Haschisch, Hippies, lauter Rockmusik oder dieser Donald mit seinen Baumwollbrötchen und den milden Fleischbällchen, der 1971 sein erstes Geschäft in Deutschland eröffnete, insbesondere in München. Und jetzt, 16 Jahre später, ein sogenanntes Steakhouse, in dem man den Salat selbst finden musste.

Maredo kam erst im Juni 1987 nach München. Zu dieser Zeit eröffnete die Steakhouse-Kette ihr größtes Restaurant im Drei-Rosen-Haus am Rindermarkt mit 300 Sitzplätzen. Fast 34 Jahre später ist es wieder vorbei: Am Montag wurde angekündigt, dass Maredo die meisten der 450 verbleibenden Mitarbeiter in Deutschland entlassen muss. Im März letzten Jahres meldete das Unternehmen Insolvenz an, als erstes großes Opfer der Koronapandemie, aber finanziell sah es im Voraus nicht gut aus.

Trotzdem war die Eröffnung in München bereits eine kleine Veranstaltung und ein Hauch der großen, weiten Welt. Blutiges Steak war noch nicht so in Mode, und deutsche Restaurantbesucher mochten es im Allgemeinen immer noch. Es galt immer noch als sehr amerikanisch, vom Kellner empfangen und in einem ganz normalen Restaurant zum Tisch gebracht zu werden. Und Salatbuffets waren damals auch nicht so üblich. In München und nicht nur dort setzte sich lange Zeit der grüne Salat mit Essig, Livioöl, Pfeffer, Salz und Zuckerwasser durch.

Maredo war zweifellos anders. Es war überhaupt nicht amerikanisch. Ausgerechnet drei Männer aus Düsseldorf hatten die Halskette erfunden, und der Name bestand aus zwei Buchstaben ihres Namens: Ma von Manfred Holl, re von Karl-Heinz Reinheimer und do von Udo Schlote. Immerhin stammte das Fleisch für den Grill aus der südamerikanischen Pampa, nämlich Argentinien und Uruguay.

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Die Kette wuchs schnell und machte sich mit 35 Restaurants in ganz Deutschland gut. Die drei Gründer verkauften ihre damals noch recht erfolgreiche Kette in den 1990er Jahren an die britische Restaurantfirma Whitbread. Es folgten Private-Equity-Fonds, zuletzt 2017 der Münchner Finanzinvestor Perusa.

Zu diesem Zeitpunkt war die Steakhouse-Kette ziemlich veraltet. Steaks waren immer noch gefragt – aber nicht in der banalen Filet- und Hufsteak-Version mit Waren aus Argentinien. Stattdessen blühten die Restaurants mit den teuersten Stücken seltener Zuchtrassen auf, vorzugsweise trocken oder gut schimmelig, oder von japanischen Rindern, die jeden Tag mit Mozart-Streichquartetten spielten und von sanften Geishas sorgfältig zu Tode geprügelt wurden – klingt sowieso die Menütexte oft so wie sie sind.

Das reguläre Steak von acht bis fünfzehn hat heute nur die Chance eines Außenstehenden, da Rinderherden das Klima zerstören. Und so standen die Kellnerinnen im zweiten Maredo in München am Dom mit den Beinen im Bauch, weil sie kaum etwas zu tun hatten. Vor zwei Jahren übernahm Sepp Krätz mit seinem Andechser am Dom das Restaurant.

Jetzt ist auch die Belegschaft des letzten verbliebenen Maredo-Restaurants in München arbeitslos geworden. Es ist noch nicht klar, was aus den Räumen am Rindermarkt werden wird.

Lili Falk

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