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▷ HIV: Diskriminierung macht vielen Menschen das Leben schwer – Erste Ergebnisse eines …

27.11.2020 – 11.00 Uhr

Deutsche AIDS-Hilfe

BerlinBerlin (ots)

Die Online-Umfrage des Forschungsprojekts “Positive Voices 2.0” liefert aktuelle Zahlen zur Diskriminierung von Menschen mit HIV. Fazit: Ein gutes Leben mit HIV ist medizinisch möglich – soziale Interaktion bleibt zurück.

Gemeinsame Pressemitteilung des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft und des Deutschen AIDS-Verbandes

Menschen mit HIV können heute gut mit ihrer Infektion leben, haben aber immer noch unzählige Erfahrungen mit Diskriminierung. Dies geht aus den ersten Zahlen eines gemeinsamen Forschungsprojekts des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) und der Deutschen Entwicklungshilfe (DAH) hervor. Von Juni bis Oktober dieses Jahres nahmen 935 HIV-positive Personen an der Online-Umfrage “Positive Votes 2.0” teil.

Mehr als die Hälfte wird diskriminiert

Menschen mit HIV können heute wie jeder andere leben, lieben und arbeiten. Für viele überwiegen die sozialen Folgen die gesundheitlichen Folgen einer HIV-Infektion. Die meisten Befragten in unserer Studie sind in ihrem täglichen Leben immer noch Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt. Entwicklungen sind langsamer als medizinische “, sagt Matthias Kuske, Projektkoordinator bei DAH.

Wenn Menschen mit HIV rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden, haben sie jetzt ungefähr die gleiche Lebenserwartung wie Menschen ohne HIV. Das HI-Virus kann während der Therapie nicht mehr übertragen werden. Dementsprechend geben 90% der Befragten an, mit ihrer HIV-Infektion gut zu leben. 76% haben das Gefühl, nur wenige oder gar keine gesundheitlichen Probleme zu haben. 52% sagen jedoch, dass Vorurteile gegen HIV ihr Leben in Gefahr gebracht haben.

Viele sprechen lieber nicht über ihre HIV-Infektion

Das Ende der Ablehnung und Diskriminierung in allen Lebensbereichen ist noch weit entfernt. Infolgedessen geben fast drei Viertel der Befragten ihre Infektion nicht oder nur selten an andere Personen weiter (z. B. bei der Arbeit).

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Genau dort, wo eine HIV-Infektion bekannt wird, kommt es häufig zu Diskriminierung: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer (56%) gab an, im vergangenen Jahr mindestens eine diskriminierende Erfahrung im Gesundheitswesen gemacht zu haben. Verweigerung eines Gesundheitsdienstes, Kennzeichnung der Patientenakte für Dritte oder Verletzung der Vertraulichkeit. 60% der Befragten gaben an, dass Menschen mit HIV in den Medien missbilligt wurden.

Stigmatisierung erfordert Weiterbildung

“Unsere Studie zeigt deutlich, dass HIV in unserer Gesellschaft immer noch mit Stigmatisierung verbunden ist. Wir müssen daher die Bevölkerung weiterhin über die positiven Auswirkungen der HIV-Therapie aufklären und unvoreingenommene Geschichten über das Leben mit HIV in den Medien verbreiten”, betont Dr. Janine Dieckmann, wissenschaftliche Projektleiterin am IDZ.

Die Online-Umfrage “Positive Votes 2.0” ist Teil eines vom Bundesgesundheitsministerium finanzierten Verbundprojekts. Der zweite Teil besteht aus einer neuen Ausgabe einer internationalen Befragung in Deutschland, in der Menschen mit HIV andere Menschen mit HIV befragen. Im Allgemeinen untersucht das Forschungsprojekt, wie HIV-positive Menschen heute mit ihrer Infektion leben und welche Erfahrungen sie mit Vorurteilen und Diskriminierung machen. Alle Ergebnisse des Projekts werden im Frühsommer 2021 veröffentlicht.

Das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft erforscht und arbeitet hauptsächlich mit Diskriminierung, sozialer Vielfalt und Rechtsradikalismus. Die von der Amadeu Antonio Stiftung geförderte außeruniversitäre Forschungseinrichtung ist seit Juni 2020 Sitz des Deutschen Forschungsinstituts für sozialen Zusammenhalt (FGZ).

Die Deutsche Aidshilfe (DAH) ist der Dachverband von rund 120 Organisationen und Einrichtungen in Deutschland. Sie engagiert sich in der HIV-Prävention und vertritt die Interessen von Menschen mit HIV.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt:

www.idz-jena.de/forschung/positive-stimmen-20

www.positive-stimmen.de

Pressekontakt:

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Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft: Dr. Janine Dieckmann, [email protected], Tel.: 03641/2719401
Deutsche Hilfe: Holger Wicht (Pressesprecher), [email protected],
Tel. 030/69 00 87 16

Originalinhalt von: Deutsche AIDS-Hilfe, ausgestrahlt von news aktuell

Lili Falk

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