Wirtschaft

„Sehr schlechte Nachrichten“: IFO-Chef Fuest erwartet Rezession im Jahr 2023

„Sehr schlechte Nachrichten“
IFO-Chef Fuest erwartet 2023 eine Rezession

Ein kompletter Gaslieferstopp Russlands könnte Deutschland für das kommende Jahr in eine Rezession stürzen. Der Chef des IFO-Instituts, Clemens Fuest, hält eine deutliche Zinserhöhung für angebracht.

IFO-Chef Clemens Fuest sieht die deutsche Wirtschaft auf eine Stagflation und im schlimmsten Fall auf eine Rezession zusteuern. Eine Phase stagnierender oder gar rückläufiger Wirtschaftsleistung bei gleichzeitig hoher Inflation sei eine „sehr schlechte Nachricht“, warnte er beim Verband der Auslandspresse in Deutschland (VAP) in Berlin.

Es ist eine Warenmangelkrise, die sich besonders im Energiebereich zeigt. Aber es betrifft auch die Wertschöpfungsketten. Die Politik kann in dieser Situation viel weniger tun als bei schwacher Nachfrage. Daher sollte in dieser Situation kein Geld mehr ausgegeben werden, da eine Erhöhung der Staatsausgaben das Problem verschärfen würde. Gleichzeitig darf die Europäische Zentralbank keine Zinsen einbehalten. Ihm zufolge wäre ein starker Anstieg der Zinssätze angebracht.

„Das halte ich für realistisch“, sagte Fuest mit Blick auf Prognosen, dass Deutschland Anfang nächsten Jahres in eine Rezession abgleiten könnte, wenn es ein vollständiges russisches Gasverbot gäbe. Angesichts des Preisauftriebs wird befürchtet, dass es im Herbst im Euroraum und in Deutschland „in Richtung zweistelliger Inflationsraten“ gehen wird. Die Inflation im Euroraum stieg im August auf einen Rekordwert von 9,1 Prozent.

Deutsche-Bank-Chef sieht genug „Widerstand“

Laut Bundesbankchef Joachim Nagel besteht die Gefahr, dass die Phase der Hochinflation länger anhält. Er sieht daher die Notwendigkeit einer kräftigen Zinserhöhung durch den EZB-Rat, der am Donnerstag über den Leitzins entscheiden wird. Mehrere Chefs der Zentralbanken der Eurozone hatten sich sogar dafür eingesetzt, eine ungewöhnlich große Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte zu erörtern. Seit der Zinswende im Juli liegt der Leitzins im Euroraum bei 0,50 Prozent.

„Eine Rezession in Deutschland lässt sich nicht mehr abwenden“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing auf einer Handelsblatt-Konferenz. Aber die Wirtschaft ist widerstandsfähig genug, um die Rezession zu überstehen. „Wir müssen alles dafür tun, dass unsere Autos, Heizungen und Fabriken nicht nur laufen, wenn ein Autokrat im Kreml uns begünstigt.“

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Lili Falk

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