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Gierige Lügner – Wissen – SZ.de.

In einer langen Vergangenheit, als das Geld extrem knapp war und die persönlichen Verpflichtungen dafür noch überschaubar waren, trat die gleiche Situation beim Feiern auf. In der Gruppe der Freunde gab es jemanden, der fast nie bezahlt hat. Im Laufe des Abends waren alle anwesend, um eine Runde Bier oder andere Getränke für alle an der Theke zu holen. Es war nicht nötig darüber zu reden, es passierte einfach so. Nur einer schaffte es jedes Mal, sich zurückzuziehen, obwohl er mehr Geld hatte als alle anderen. Im entscheidenden Moment verschwand der durstige Curmudgeon immer, hatte eine Ausrede zur Hand oder wand sich auf andere Weise heraus.

Wenn man nun Verhaltensökonomen folgt, die mit Gideon Yaniv von der israelischen Ariel-Universität zusammenarbeiten, könnte dieses Verhalten sogar als typisch bezeichnet werden: Der Schmerz des Bezahlens treibt hauptsächlich Geizhals dazu, zu lügen und zu betrügen, wie die Forscher in Zeitschrift für wirtschaftliches Verhalten und Organisation Mitteilungen.

Die Forschung zu unehrlichem Verhalten in den letzten Jahren hat sich auf die Beschreibung der Beziehung zwischen emotionalen Zuständen und der Tendenz zum Betrügen konzentriert. Einige Ergebnisse legen nahe, dass besonders Menschen, die in guter Stimmung sind, gerne lügen oder betrügen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass es bei guter Laune einfacher ist, geringfügige Unehrlichkeit gegenüber sich selbst zu rechtfertigen. Zum Beispiel verführt Sie der persönliche Erfolg zu einer ehrgeizigen Haltung, die es Ihnen leichter macht, sich kleine Fehler zu verzeihen. Eine andere Erkenntnis ist, dass Optimisten unfairer sind als Pessimisten.

Um Geld zu sparen, schalteten die Taxifahrer die Klimaanlage aus

In der aktuellen Studie trieb ein negatives Gefühl die Probanden dazu, einen Test zu betrügen. Die Forscher haben den Geizgrad der Teilnehmer auf unterschiedliche Weise gemessen. Dafür ließen sie die Teilnehmer unter anderem Fragebögen ausfüllen. Auf der anderen Seite sahen sie sich an, wie lange einzelne Menschen in Tel Aviv in Cafés saßen und über WLAN arbeiteten, ohne etwas zu bestellen. Als dritte Gruppe setzen die Ökonomen in Jerusalem Taxifahrer ein, die aus wirtschaftlichen Gründen im Sommer die Klimaanlage ausschalten. Es gab immer zwei Vergleichsgruppen: geizige und weniger geizige Taxifahrer, Kneipenbesucher, die viel oder wenig konsumierten, oder Teilnehmer, deren Geiz durch einen Fragebogen bestimmt wurde.

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In einem zweiten Schritt überprüften die Forscher die Fairness der Probanden. Außerdem wurde ihr Geld versprochen, das erst nach dem Würfeln ausgezahlt wurde. Je mehr Augen der Würfel zeigte, desto weniger Geld erhielten die Probanden. Nur die Studienteilnehmer kannten das Ergebnis der Würfel, sie mussten es nur den Forschern mitteilen. Im Durchschnitt schienen die engen Gruppen jeweils signifikant weniger zu würfeln als die weniger sparsamen Teilnehmer. Mit anderen Worten, die Gauner behaupten bemerkenswert oft, einen geworfen zu haben – ein klarer Hinweis darauf, dass es sich um Betrug handelte und die Angst, Geld zu verlieren, zu Unehrlichkeit führte.

Die Täuschung hatte keine Konsequenzen für die Studienteilnehmer. Der geizige Kumpel aus vergangenen Tagen provozierte jedoch eine Gegenreaktion. Nach einer Weile brachte ihm niemand ein Bier von der Theke. Das fühlte sich auch nicht richtig an, es hat dich in die Rolle des kleinen Philisters getrieben. Irgendwann hast du den Kontakt verloren.

Lili Falk

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