Wirtschaft

Folgen der Koronakrise: Die Lufthansa wird 29.000 Stellen abbauen

Die vom Staat gerettete Fluggesellschaft hat in den letzten Monaten ihre Sparmaßnahmen verschärft und den Verlust von Arbeitsplätzen beschleunigt. Bis Ende des Jahres wird eine von fünf Positionen entfernt, bestätigte die Fluggesellschaft am Wochenende.

Lufthansa glaubt, dass die Deutschen um den Jahreswechsel wieder reisen wollen. Die Nachfrage nach Flügen zu Weihnachten und Silvester hat zugenommen, sagte eine Sprecherin. Die Buchungen für die Kanarischen Inseln Teneriffa und Fuerteventura haben sich verdreifacht. Die Nachfrage nach Flugtickets nach Kapstadt in Südafrika und Cancun in Mexiko hat sich vervierfacht.

10.000 Arbeitsplatzverluste auch im kommenden Jahr

Trotzdem bleiben viele Jets aufgrund der Sperrung in vielen Ländern am Boden. Das stark reduzierte Flugangebot zwingt Lufthansa zum Sparen. Weitere 10.000 Arbeitsplätze sollen im nächsten Jahr in Deutschland abgebaut werden, sagte er am Wochenende.

Bis Ende des Jahres werden 29.000 Arbeitsplätze verloren gehen, bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Sonntag in einem Bericht von “Bild am Sonntag”. Damit bleiben 109.000 Mitarbeiter. Die meisten Arbeitsplätze, mehr als 20.000, werden im Ausland abgebaut. Darüber hinaus hat die Fluggesellschaft kürzlich die europäischen Aktivitäten der Catering-Tochter LSG mit 7.500 Mitarbeitern verkauft.

Der Abbau von Arbeitsplätzen beschleunigt sich

Ende September beschäftigte die Fluggesellschaft noch mehr als 124.500 Mitarbeiter. Seitdem wurden massiv mehr Stellen abgebaut. Lufthansa-Chef Carsten Spohr kündigte im November an, dass 27.000 Vollzeitstellen im gesamten Konzern unnötig seien, da die Fluggesellschaft aufgrund der Krise dauerhaft schrumpfen würde.

Wie andere Fluggesellschaften ist auch die Lufthansa Group während der Corona-Krise wirtschaftlich zusammengebrochen. Nach neun Monaten hat das staatlich gerettete Unternehmen im laufenden Jahr bereits einen Verlust von 5,6 Milliarden Euro angehäuft. Ein Trendbruch ist noch nicht in Sicht.

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Mitarbeiter mit Tarifverhandlungen verzichten auf Urlaubs- und Weihnachtsprämien

Lufthansa hat zu viele Mitarbeiter an Bord, um die Nachfrage langfristig zu reduzieren. Die Zahl der Arbeitsplätze sollte auf fast 100.000 reduziert werden, vorzugsweise durch Teilzeit- und freiwillige Abgänge, aber auch durch Zwangsentlassungen aus betrieblichen Gründen. Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter Ersparnisse zahlen und beispielsweise auf einen Teil ihres Einkommens verzichten. Am Freitag haben Gewerkschaftsmitglieder ver.di Berichten zufolge den größten Teil des Krisenpakets mit Lufthansa genehmigt. Nach Angaben der zuständigen ver.di-Tarifkommission, zu der die Nachrichtenagentur Reuters Zugang hatte, hätten mehr als 71 Prozent für die Vereinbarung gestimmt.

Anfang November hat die Gewerkschaft mit der Fluggesellschaft eine Einigung über Einsparungen bei den Personalkosten für rund 24.000 Mitarbeiter des Tarifvertrags vor Ort erzielt. Durch den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsprämien sowie Gehaltserhöhungen bis Ende 2021 leisten die Mitarbeiter einen Sparbeitrag von mehr als 200 Millionen Euro, um die Krise zu überwinden. Im Gegenzug hat sich Lufthansa verpflichtet, 2021 auf Entlassungen zu verzichten, damit vor April 2022 niemand entlassen werden kann.

Konflikt mit Condor

Jetzt gibt es auch Probleme mit Condor. Im Sommer kündigte Lufthansa einen langfristigen Vertrag über Feederdienste für Condors Langstreckenflüge. Beide Parteien haben dies am Freitag bestätigt. Eine nahtlose Gesamtreise mit aufgegebenem Gepäck und nur einem Ticket wäre für diejenigen, die unter Condor-Gästen umsteigen, nicht mehr möglich, sagte er. Condor wäre dann nicht mehr in der Lage, eine Route wie Hamburg-Frankfurt-Jamaika wie bisher anzubieten, da es nicht in der Lage wäre, die erforderlichen Feederflüge mit Lufthansa zu Pauschalbedingungen zu buchen. Dies kann sich auch auf die Aktivitäten von Reiseveranstaltern mit Pauschalreisen auswirken.

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nb

Welche: boerse.ard.de

Der Deutschlandfunk berichtete am 6. Dezember 2020 um 18.00 Uhr über dieses Thema.


Lili Falk

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