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Berg-Karabach-Konflikt: Armenier zünden ihre eigenen Häuser an

Selbst Tage nachdem Armenien und Aserbaidschan den Waffenstillstand zwischen Berg-Karabach vereinbart hatten, haben sich die Spannungen nicht entspannt. Armenier zerstören ihre Häuser, bevor sie zu feindlichen Soldaten gehen.

Anfang der Woche wurde nach wochenlangen Kämpfen in Berg-Karabach, Armenien und Aserbaidschan eine Einigung erzielt, die einen langfristigen Waffenstillstand im Konfliktgebiet garantieren würde. Die Umsetzung des Kompromisses schafft jedoch wieder Spannungen.

Die armenischen Bewohner zündeten ihre Häuser im Dorf Charektar im Bezirk Kalbajar in Berg-Karabach an. Gestern haben Dutzende von Bewohnern des Dorfes und der Umgebung begonnen, ihre eigenen Häuser zu verbrennen. Im Vergleich zur Nachrichtenagentur AFP begründete einer der Armenier diese Aktion damit, dass die Häuser nicht in die Hände aserbaidschanischer Soldaten fallen sollten.

Armenier protestieren gegen Vereinbarungen

Die armenische Bevölkerung ist weitgehend gegen das Aserbaidschan-Abkommen. Gestern, zum vierten Mal in Folge, gingen Tausende von Menschen in der Hauptstadt Eriwan auf die Straße, um gegen den Kompromiss zu protestieren und den Rücktritt von Premierminister Nikol Pashinyan zu fordern.

Russische Soldaten kontrollieren den Waffenstillstand

Das Abkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan sieht vor, dass beide Länder die Gebiete in Berg-Karabach behalten können, die sie derzeit kontrollieren. Dies bedeutet große Verluste für Armenien, da Aserbaidschan in den Wochen der Kämpfe große Teile des Südkaukasus erobern konnte. Der Bezirk Kalbajar ist eines der Gebiete, die nach Aserbaidschan gehen. Die Kontrolle hätte am Sonntag an Aserbaidschan übergeben werden sollen. Aghdam und Latchin folgen als weitere Bezirke.

Am Dienstagabend erreichten die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien unter russischer Führung einen Durchbruch. Neben der Aufteilung der Gebiete sieht der Kompromiss auch vor, dass russische Soldaten nach Berg-Karabach geschickt werden, um die Einhaltung des Waffenstillstands zu überwachen. Nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums müssen rund 2.000 Rettungsdienste diese Aufgabe übernehmen, berichtet die russische Agentur Interfax. Die meisten von ihnen sind bereits in Berg-Karabach angekommen.

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Armenien spricht von mehr als 2.300 getöteten Soldaten

In einem anderen Punkt des Abkommens haben sowohl Armenien als auch Aserbaidschan ihr Versprechen bereits teilweise erfüllt: die Übergabe getöteter Soldaten. Wie das aserbaidschanische Verteidigungsministerium bekannt gab, wurden die ersten armenischen Opfer in ihre Heimat gebracht. Im Gegenzug übergab Armenien die Leichen von sechs Soldaten.

Es ist immer noch unklar, wie viele Menschen in den letzten Wochen bei den Kämpfen ums Leben gekommen sind. Armenien spricht jetzt von mehr als 2.300 Soldaten seiner eigenen Truppen, die starben. Die Behörden in Berg-Karabach haben bisher etwa 1.000 Todesfälle weniger gemeldet. Die aserbaidschanischen Behörden haben noch keine offizielle Anzahl von Opfern freigelassen.

Die von Armenien kontrollierte Region Berg-Karabach gehört nach internationalem Recht zur islamischen Region Aserbaidschan. Der Konflikt um die Region kam nach dem Ende der Sowjetunion 1991 auf, als Berg-Karabach den Status einer autonomen Region der UdSSR innehatte. 1992 brach in der Region ein Krieg aus, bei dem etwa 30.000 Menschen getötet und in den nächsten zwei Jahren Hunderttausende vertrieben wurden. Zu dieser Zeit hatte Aserbaidschan die Kontrolle über das von christlichen Karabach-Armeniern bewohnte Gebiet verloren. Ein 1994 vereinbarter Waffenstillstand wurde bis heute wiederholt gebrochen.


Sara Falk

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