Wer in Deutschland 2026 eine neue Heizung einbauen lässt, muss je nach Heiztechnik mit erheblichen Investitionskosten rechnen. Eine aktuelle Auswertung der Energieberatung der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) zeigt jedoch, dass sich die Preise bei mehreren Heizsystemen zuletzt stabilisiert haben oder sogar leicht gesunken sind. Bei einzelnen Technologien sind dagegen weiterhin deutliche Preissteigerungen zu beobachten.

Verbraucherzentrale vergleicht 21 Heiztechniken

Für die Untersuchung werteten die Verbraucherschützer Angebote für insgesamt 21 verschiedene Heiztechniken aus, die im Rahmen der Energieberatung vorgelegt worden waren. Je nach Heizungsart standen zwischen 47 und 129 Rückmeldungen zur Verfügung.

Berücksichtigt wurden dabei nicht nur die Kosten für die neue Anlage. Die Angebote umfassten auch den betriebsfertigen Anschluss des neuen Heizsystems sowie die Entsorgung der bisherigen Heizung. Kosten für neue Heizleitungen oder zusätzliche Heizflächen waren hingegen nicht enthalten.

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie groß die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Heizsystemen inzwischen sind.

Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet durchschnittlich 36.000 Euro

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 2026 im Durchschnitt rund 36.000 Euro. Damit liegt der Preis auf dem Niveau des Vorjahres.

Auch bei klassischen Gasheizungen zeigt sich bislang keine weitere Verteuerung. Für eine neue Gasheizung werden durchschnittlich etwa 16.000 Euro fällig.

Anders sieht es bei Scheitholzvergaserkesseln aus. Hier stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent. Eine entsprechende Anlage kostet inzwischen im Durchschnitt rund 30.000 Euro.

Luft-Luft-Wärmepumpen werden teurer

Auch Luft-Luft-Wärmepumpen haben sich verteuert. Die Verbraucherzentrale registrierte einen Preisanstieg von acht Prozent. Dennoch bleiben die Anschaffungskosten mit deutlich weniger als 20.000 Euro im Vergleich zu mehreren anderen untersuchten Heiztechniken auf einem relativ niedrigen Niveau.

Für Hauseigentümer ist der reine Anschaffungspreis allerdings nur ein Teil der Kalkulation. Je nach Gebäude können zusätzliche Arbeiten erforderlich sein, beispielsweise an Heizkörpern, Leitungen oder der Gebäudetechnik.

Einige Heizsysteme sind 2026 günstiger geworden

Nicht alle Heiztechniken verzeichnen steigende Preise. Bei einigen vergleichsweise kostenintensiven Systemen gingen die durchschnittlichen Anschaffungskosten leicht zurück.

Brennstoffzellen in Kombination mit einem Gas-Blockheizkraftwerk kosten derzeit etwa 57.000 Euro. Holzhackschnitzelöfen in Verbindung mit Solarthermieanlagen liegen bei ungefähr 59.000 Euro.

Bei beiden Varianten sanken die Preise im Durchschnitt um zwei Prozent.

Die Analyse zeigt zudem, dass sich bei der allgemeinen Preisentwicklung kein deutlicher Unterschied zwischen geförderten und nicht geförderten Heiztechniken erkennen lässt. Insgesamt seien die Preise in beiden Gruppen in vergleichbarem Umfang gestiegen.

Warum Wärmepumpen weiterhin hohe Investitionen erfordern

Installation und Nachfrage beeinflussen die Kosten

Bei Wärmepumpen führen die Verbraucherschützer mehrere Faktoren als Ursache für das weiterhin hohe Preisniveau an. Dazu gehören unter anderem der dreistufige Vertrieb, hohe Mehrwertsteuersätze und die anspruchsvolle Installation.

Auch eine zeitweise hohe Nachfrage nach Wärmepumpen kann sich auf die Preise auswirken. Gerade bei Bestandsgebäuden hängt der tatsächliche finanzielle Aufwand zudem stark von den baulichen Voraussetzungen ab.

Damit können sich die Kosten einzelner Projekte erheblich vom ermittelten Durchschnitt unterscheiden.

Förderung spielt beim Heizungstausch eine wichtige Rolle

Die Verbraucherzentrale rät Eigentümern, einen geplanten Heizungstausch nicht unnötig lange aufzuschieben. Neben möglichen zukünftigen Preissteigerungen spielen dabei auch Veränderungen bei staatlichen Förderungen eine Rolle.

Derzeit kann die Anschaffung einer Wärmepumpe laut der Auswertung mit bis zu 80 Prozent gefördert werden. Bestandteil der Förderung ist unter anderem ein Klimageschwindigkeitsbonus von derzeit 16 Prozent.

Dieser Bonus soll schrittweise sinken. Zum 1. Februar 2027 reduziert er sich auf 12 Prozent. Ab dem 1. August 2027 beträgt er noch acht Prozent. Zum 1. August 2028 soll der Klimageschwindigkeitsbonus schließlich vollständig entfallen.

Heizungskosten unterscheiden sich weiterhin erheblich

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Markt für neue Heizungen 2026 etwas beruhigt hat, die Investitionskosten aber weiterhin stark von der gewählten Technik abhängen. Während eine Gasheizung im Durchschnitt rund 16.000 Euro kostet, müssen Haushalte für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe etwa 36.000 Euro einplanen. Komplexere Heizlösungen können sogar deutlich mehr als 50.000 Euro kosten.

Für Eigentümer bleibt deshalb entscheidend, neben dem Anschaffungspreis auch mögliche Förderungen, notwendige Umbauten sowie die langfristigen Betriebs- und Energiekosten in die Entscheidung einzubeziehen.

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Irmgard Keun ist Autorin bei paderborner-blatt.de und berichtet über aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft, Technologie, Sport, Unterhaltung und Lifestyle. Sie legt Wert auf klare Berichterstattung, relevante Informationen und eine verständliche Einordnung aktueller Ereignisse für die Leserinnen und Leser.

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