BMW hat die Serienproduktion in seinem neuen Batteriewerk im niederbayerischen Irlbach-Straßkirchen aufgenommen. Die Anlage soll künftig deutsche Produktionsstandorte des Autobauers mit Hochvoltbatterien der sechsten Generation versorgen. Zum Auftakt steht vor allem der neue BMW i3 im Mittelpunkt, der im Münchner Stammwerk gefertigt wird.
Batterien für den neuen BMW i3 aus Niederbayern
Die Serienfertigung in Irlbach-Straßkirchen ist angelaufen. Zunächst produziert BMW dort Batterien für den neuen i3. Wegen der nach Angaben des Unternehmens hohen Nachfrage nach dem Elektrofahrzeug soll die Produktion im Batteriewerk schneller als ursprünglich geplant hochgefahren werden.
Für BMW ist der Standort ein wichtiger Baustein beim Ausbau seiner Elektromobilitätsstrategie. Die in Niederbayern gefertigten Batteriesysteme sollen kurze Transportwege zu den deutschen Fahrzeugwerken ermöglichen und die Versorgung der Produktion mit der neuen Batteriegeneration absichern.
Rund eine Milliarde Euro hat BMW in das neue Werk investiert. Zwischen dem Baubeginn und dem Start der Vorserienproduktion im März 2026 lagen weniger als zwei Jahre.
Dem Bau war eine intensive öffentliche Debatte vorausgegangen. Kritiker des Projekts hatten einen Bürgerentscheid angestoßen. Die Abstimmung endete jedoch mit einer klaren Mehrheit zugunsten des Batteriewerks.
Belegschaft soll auf 1.600 Beschäftigte wachsen
Derzeit arbeiten rund 1.000 Menschen am Standort. Perspektivisch soll die Belegschaft auf etwa 1.600 Beschäftigte anwachsen.
Ein großer Teil der Mitarbeiter wurde allerdings nicht neu eingestellt, sondern wechselte aus anderen BMW-Werken in der Region nach Irlbach-Straßkirchen. Viele von ihnen waren bereits mit der Produktion der fünften Batteriegeneration beschäftigt und bringen entsprechende Erfahrung in die neue Fertigung ein.
Im Vollbetrieb soll das Werk mehrere Hundert Batterien pro Tag produzieren. Die Fertigung ist stark automatisiert: Rund 500 Roboter kommen nach Angaben des Unternehmens in den Produktionsprozessen zum Einsatz.
Damit verbindet BMW industrielle Erfahrung aus seinen bestehenden bayerischen Standorten mit einer stärker automatisierten Batterieproduktion. Für den Konzern gewinnt die regionale Fertigung von Hochvoltbatterien an Bedeutung, da Batterietechnik zu den zentralen Komponenten moderner Elektrofahrzeuge gehört.
Sechste Batteriegeneration erhöht Kapazität auf 108 kWh
BMW verspricht kürzere Ladezeiten
Die Batterien der sechsten Generation bezeichnet BMW als deutlichen Technologiesprung gegenüber den bisherigen Systemen. Ein wesentlicher Unterschied liegt bei der Speicherkapazität.
Während die bisherige Generation eine Kapazität von 75 Kilowattstunden erreicht, steigt dieser Wert bei der neuen Batterie auf 108 Kilowattstunden. Darüber hinaus sollen sich die Ladezeiten deutlich verkürzen.
Die Kombination aus höherer Kapazität und schnellerem Laden ist für BMW ein wichtiger Faktor bei der Weiterentwicklung seiner Elektrofahrzeuge. Größere Energiespeicher können höhere Reichweiten ermöglichen, während kürzere Ladezeiten die Alltagstauglichkeit von Elektroautos verbessern.
Die neue Batterietechnik wird zunächst im i3 eingesetzt. Das Modell entsteht im BMW-Stammwerk München und gehört zu den Fahrzeugen, mit denen der Hersteller seine nächste Generation elektrischer Modelle auf den Markt bringt.
Markus Söder und BMW starten Produktion symbolisch
Zum offiziellen Produktionsstart besuchte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das neue Werk. Gemeinsam mit BMW-Produktionsvorstand Raymond Wittmann gab er symbolisch den Startschuss für die Serienfertigung.
Söder bezeichnete die Eröffnung als einen „Freudentag für Niederbayern, Bayern und ganz Deutschland“. Die „Mega-Investition von BMW“ sei ein starkes Bekenntnis zum Standort – „und der i3 ist eine große Chance im internationalen Wettbewerbk“.
Mit der Milliardeninvestition in Irlbach-Straßkirchen stärkt BMW seine Batterieproduktion in Deutschland und schafft zusätzliche Kapazitäten für die nächste Generation seiner Elektrofahrzeuge. Entscheidend wird nun sein, wie schnell das Werk angesichts der erwarteten Nachfrage seine geplante Produktionsleistung erreicht.
