Wirtschaft

Wegen schlechter Noten – Familienunternehmen plant Personalabbau

Der Chemiekonzern Helm kündigt Kürzungen an: Die milliardenschwere Familie will das Unternehmen sanieren und plant einen kompletten Personalabbau. Es gibt keinen Betriebsrat, der dies verhindern kann.

Zum Chemiekonzern Helm in Hamburg normalerweise ist es ruhig. Die Familie Schnabel, die milliardenschwere Dynastie hinter dem Unternehmen, sucht keine Nähe zu den Medien und Interviews sind selten. Die Schnabels sind eine der wohlhabendsten Familien Deutschlands, aber das Geschäft läuft nicht gut.

Nach Berichten des Wirtschaftsportals Business Insider plant das Familienunternehmen nun einen radikalen Schritt. Unter dem Konzept „Fit for Future“ will sich das Unternehmen digitaler aufstellen – und natürlich deutlich schlanker. Business Insider spricht von einem klaren Schnitt.

Eine Unternehmenssprecherin sagte gegenüber Business Insider, dass der Stellenabbau “global und auf allen Ebenen und Bereichen” erfolgen müsse. Sie betont aber auch, dass die Stilllegung sozialverträglich sein muss.

Das Unternehmen macht seit Jahren Verluste

Darauf können die Mitarbeiter kaum Einfluss nehmen, denn in dem Familienunternehmen mit knapp 1.300 Mitarbeitern gibt es keinen Betriebsrat, der auf einer solchen Sozialverträglichkeit bestehen könnte. Am 16. August will der Konzernvorstand seine Mitarbeiter über die Stilllegung informieren. Laut Business Insider befürchtet die Familie, dass die Mitarbeiter in letzter Minute einen Betriebsrat gründen könnten.

Die Helm AG macht seit Jahren Verluste, bestätigte eine Unternehmenssprecherin gegenüber Business Insider. Details zum Unternehmen sind hingegen selten. Obwohl es sich um eine Aktiengesellschaft handelt, ist der Konzern nicht börsennotiert und muss daher keine Bilanz veröffentlichen.

Laut einem Interview mit dem Handelsblatt gibt es nur zwei Gesellschafter, die beide zur Familie Schnabel gehören. Bewusst meidet die Familie den Einfluss anderer Gesellschafter. Im Moment will das Unternehmen seine Sparpläne 2022 umsetzen – wenn ein Betriebsrat eingerichtet wird, wird dieser Zeitplan schwer zu halten sein.

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Lili Falk

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