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Für die zweite Hälfte: Bentayga Hybrid – nur kurz auf Samtbeinen

Für die zweite Hälfte
Bentayga Hybrid – nur kurz auf Samtbeinen

Bis es einen echten Stromer in der Größe des Bentayga gibt, müssen sich die edlen Bentley-Kunden noch gedulden. Aber mit dem neu konzipierten Bentayga Hybrid können Großverdiener Luxus auf leisen Füßen ausprobieren. Es wird nur lauter, wenn der Akku leer ist.

Die Erfahrung, diesen Bentley Bentayga zu starten, ist nicht mehr ganz neu, aber es ist gewöhnungsbedürftig. Denn wo bisher britische Autos am Anfang hart gebrüllt haben, um ihren Führungsanspruch als Löwe im Dschungel zu manifestieren, bereitet sich der süße Bruder von Audi Q7 und Porsche Cayenne in aller Stille auf die Fahrt vor.

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Mit Preisen ab 197.800 Euro ist der Bentley Betayga Hybrid ein Schnäppchen.

(Foto: Bentley)

Vor zwei Jahren eingeführt und von Grund auf zur meistverkauften Motorvariante weiterentwickelt, bekommt der Plug-in-Hybrid nun ein Facelift, ebenso wie die reinen Benziner, die Bentley auf dem Weg zum ersten All- elektrische Luxusmarke. In wenigen Monaten soll derselbe Antrieb auch im Flying Spur verfügbar sein, ab 2025 muss jeder Bentley elektrifiziert werden und kurz darauf steht das erste vollelektrische Auto auf dem Produktionsplan der luxuriösen VW-Tochter.

Wieder voll poliert

Für die zweite Halbzeit haben die Briten den Bentayga noch einmal aufpoliert. Der riesige Grill wirkt noch größer, die Scheinwerfer und Rücklichter leuchten heller, und im Inneren läuft auf größeren Bildschirmen eine neue Generation des Infotainments auf Basis neuester Technik. Doch heute, wenn die ersten Autos zu Preisen ab 197.800 Euro von den Händlern rollen, tun sie dies mit dem alten Antrieb: Es bleibt bei einem fast bescheidenen V6-Benziner mit drei Litern Hubraum und 340 PS, der mit einem E. -Maschine von 128 PS zusammengeklemmt. Unter dem Kofferraum befindet sich zudem eine Batterie mit knapp 17,3 kWh, die für bis zu 40 Kilometer emissionsfreies Fahren reichen soll.

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Wie gewohnt gibt es auch im Interieur des Bentley Bentayga Hybrid gediegenen Chic.

(Foto: Bentley)

Solange man das riesige Gaspedal im Fußraum sanft berührt, rollt der luxuriöse Liner auf samtenen Beinen vom Hof ​​und beschleunigt in unheimlicher Stille wie von Geisterhand auf 135 km/h. Diese Ruhe passt gut zum Luxus im Salon aus Lack und Leder und zu dieser unvergleichlichen Souveränität und Solidität, die den Bentayga einzigartig macht. Kein anderer SUV ist so autonom wie der große Brite und kein anderer scheint so immun gegen alle Widrigkeiten des Alltags. Selbst im Buckingham Palace sind Sie wahrscheinlich nicht so weit von der Welt entfernt wie in der Bentaygas-Massagepolsterung aus gestepptem Luxusleder.

Je entspannter der Fahrer, desto länger fährt der Bentayga elektrisch, wenn man das Zusammenspiel der beiden Aggregate im Hybridmodus vom Bordcomputer steuern lässt. So dauert es nur wenige Minuten, bis man vergisst, dass man in einem Exzentriker sitzt und auf den modifizierten Drehzahlmesser links im Cockpit schauen muss, wenn man den Betriebszustand sehen möchte.

Der Blick auf Spiegelei

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Mit seinen 40 Kilometern ist der Bentayga Hybrid kein elektrisches Actionmonster.

(Foto: Bentley)

Viel häufiger blicken die Leute jedoch auf das sogenannte Spiegelei, das Bentley kürzlich blau auf der Navigationskarte programmiert hat. Immerhin gibt diese deutlich klarere Auskunft über die Reichweite als die verbleibende Reichweite, die in den nun voll digitalisierten Instrumenten hinter dem Lenkrad angezeigt wird. Doch wohin man schaut, schrumpft der Wert schneller als man möchte und die versprochenen 40 Kilometer sind nur theoretisch einzuhalten. Dennoch hat Bentley festgestellt, dass Kunden im ersten Halbjahr fast 90 Prozent ihrer Fahrten rein elektrisch zurücklegen, was besonders lange Ausflüge des Adels nicht unbedingt begünstigt.

Ist der Akku einmal leer, kommt man an der Ladestation nicht mehr vorbei. Denn auch wenn man zusätzlich zum Hybrid-Modus rein elektrisches Fahren erzwingen oder im Sport-Modus den Stromer abschalten kann, bietet der Bentley im Gegensatz zu vielen anderen Plug-in-Hybriden kein Fahrprogramm, bei dem die Batterie die überschüssige Leistung des Brenner aufgeladen wird. Und mit alleiniger Rekuperation kommen die 17,3 kWh nicht so schnell zusammen. Wer sich einen Bentayga leisten kann, hat es jedenfalls nicht eilig und legt gerne eine zweieinhalbstündige Pause ein.

Das dezente Vergnügen mit dem Sechszylinder

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Bei leerem Akku muss der Bentayga Hybrid mindestens 2,5 Stunden mit der Ladestation verbunden sein.

(Foto: Bentley)

Oder er fährt den Sechszylinder einfach alleine – aber das macht nur bedingt Freude. Denn genau wie der Motor in anderen Konzernmodellen seinen Dienst verrichtet, will er nicht mit dem üppigen Bentley mithalten. Natürlich reichen 340 PS und 450 Newtonmeter für mehr als 2,5 Tonnen schwere SUVs und die Leistung ist immer ausreichend. Immerhin sprintet der Bentayga in 5,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht bei Vollgas 254 km/h.

Doch wer den sonoren Sound und die Leichtigkeit eines Zwölfzylinders oder zumindest die Souveränität des V8 gewohnt ist, gibt sich ungern mit weniger zufrieden – auch wenn die Nachbarn nur in zwei kleinen Plaketten an den Kotflügeln und die zweite Tankklappe gab gerne zustimmendes Nicken. Schließlich spart Bentley nicht an Opulenz und bietet alles Gute und Teuere für den Plug-in an – von Mullinner-Leder über 22-Zoll-Uhren bis hin zu einer Breitling-Uhr mit Diamanten auf dem Zifferblatt.

Wenn der Aschenbecher aus dem Vollen gefräst wird, ist die Welt in Ordnung

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Wer den Bentayga Hybrid fährt sollte klar sein, dass er deutlich hinter einem Cayenne Hybrid mit V8-Turbo liegt.

(Foto: Bentley)

Mit seinem erneuten Bekenntnis zum V6-Motor wagt Bentley einen Abstieg, der durch den Einsatz des Elektromotors nicht vollständig ausgeglichen werden kann. Vor allem, weil die Briten das einzige elektrifizierte SUV in diesem Segment anbieten, sich aber mit weniger Leistung begnügen als beispielsweise das Schwesterunternehmen Porsche aus Stuttgart, das im Cayenne ebenfalls einen V8-Turbo in die Steckdose gesteckt hat. Verwöhnte Kunden brauchen sich aber kaum Sorgen zu machen.

Der Griff nach den Aschenbechern, die in den Getränkehaltern verstreut sind, hilft bei Zweifeln an der gewohnten Opulenz und der gelebten Fülle. Solange sie aus dem Vollen gefräst werden und ein Pfund in der Hand wiegen, ist die Welt noch gut für den normalen Bentley-Kunden. Obwohl er – wie sein Bentayga zumindest zeitweise – Nichtraucher ist.

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Lili Falk

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