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Die Entwicklung des E-Sports

E-Sport steht für elektronischen Sport, den Wettbewerb bei Videospielen. Oft treten E-Sportler in Mannschaften zu viert oder fünft gemeinsam an. Allerdings gibt es genauso Disziplinen, in denen Einzelne ihr Können unter Beweis stellen können.

Einige wenige Länder – darunter Südkorea und die USA – stufen E-Sport mittlerweile als Sportart ein. Deutschland ist da zögerlicher. 2018 diskutierte man öffentlich zum Beispiel, ob E-Sport nicht als olympische Sportart anerkannt werden sollte. Dieser Gedanke stieß auf wenig Gegenliebe beim Deutschen Olympischen Sportbund.

Der E-Sport spornt Profi-Gamer zu Höchstleistungen an. Neben der Hand-Augen-Koordination ist vorausschauendes Denken und Durchhaltevermögen gefragt. Die Teams hinter den E-Sportlern erlegen ihren Recken oft strenge Trainingspläne auf.

Videospiele sind seit jeher kompetitiv

Der Mensch hat seit jeher Spaß am Wettstreit. Schon Pong zog die Spieler in ihren Bann. Auch bei Pac-Man und Space Invaders lieferten sich ehrgeizige Gamer manche Highscore-Jagd. Auf Live-Streaming-Portalen wie Twitch und seinem Vorläufer Justin.tv erwuchs die Speedrun-Community, die sich mit immer kürzeren Durchspielzeiten bei Super Mario Bros., Super Metroid usw. zu unterbieten versuchte.

Heutzutage nehmen die Speedrun-Eskapaden absurde Züge an. Populär sind inzwischen sogar Blindfolded Speedrunds, bei denen dem Spieler tatsächlich die Augen verbunden werden. Lediglich anhand der Soundeffekte und mithilfe des Gedächtnisses wird der Speedrun bis zum Abspann zu Ende gebracht.

Auch die Zuschauer sind kompetitiv. Im einem Online Casino schließen sie auf E-Sport-Events genauso selbstverständlich Wetten ab wie bei Bundesliga-Spielen. Manche Wetter glauben, die Form eines Teams besser erahnen zu können als die Algorithmen der Buchmacher.

Was ist E-Sport?

Der Begriff E-Sport wurde erst in den späten 1990er Jahren geprägt und liegt zeitlich eng mit dem Siegeszug der Heimcomputer zusammen. Der sportliche Wettkampf bei Videospielen ist allerdings älter.

Bereits in den 1980er Jahren prügelten die Spieler in den Arcades der Welt beim 2D-Prügler Street Fighter aufeinander ein. Oder versuchten bei Donkey Kong, sich an die Spitze der Highscore-Tabelle zu katapultieren.

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E-Sport ist maßgeblich gekennzeichnet durch eine Professionalisierung. Hinter den Spielern stehen Teams mit Managern und Coaches, die die Spieler zu Profi-Gamern ausbilden wollen. Erfolgreiche Gamer beziehen ein ordentliches Gehalt; bei Weltmeisterschaften werden Preisgelder in Millionenhöhe ausgespielt.

Multiplayer Online Battle Arenas

Das wohl bekannteste und erfolgreichste E-Sport-Genre sind die Multiplayer Online Battle Arenas (MOBAs). Auf einer meist symmetrisch gebauten Karte besteht das Ziel oft darin, die gegnerische Basis einzunehmen oder das gegnerische Team auszulöschen.

Den Mitgliedern im Team werden sehr unterschiedliche Rollen zugewiesen. Manche Champions oder Helden teilen effektiver Schaden aus, andere unterstützen die Teamkollegen mit Zaubern und Buffs.

Bei MOBA Spielen gibt es meistens ein extremes Skill-Gefälle zwischen Gelegenheitsspielern und Vollblutprofis. Für den Erfolg ist es essenziell, dass sich das Team abstimmt und in der Lage ist, die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten perfekt auszunutzen. Und je nach Zusammensetzung des gegnerischen Teams müssen die E-Sportler die eigene Taktik teils sehr unterschiedlich anpassen.

In den Communitys und unter den Kommentatoren entbrennt nicht selten ein herrliches Streiten, ob nun dieser oder jener Spielzug der richtige war. Die bekanntesten Vertreter des Genres sind League of Legends und Dota 2.

Ego-Shooter

Ego-Shooter wie Counterstrike, Quake oder Call of Duty sind schnelllebig. Reaktionen im Bruchteil einer Sekunde entscheiden über das Ableben der eigenen Spielfigur oder dem Triumph über den Feind.

Im Multiplayer werden immer wieder die gleichen Maps gespielt. Map-Kenntnisse und das Wissen, wo die Feinde lauern könnten und welche Strategie das gegnerische Team verfolgt, können den Ausschlag geben. Mehr noch als bei anderen E-Sport Games kommt es aber vor allem auf kurze Reaktionszeiten an.

Strategie

Die meisten E-Sport-Spiele erfordern strategisches Geschick. Nirgends ist dies so offensichtlicher als bei Echtzeit-Strategie-Titeln wie Age of Empires oder StarCraft 2. Bei RTS-Games dieser Art entsteht in der Regel eine Meta, die das sinnvollste Vorgehen beschreibt. Jede Meta hat Konter-Strategien. Je versierter die Spieler, desto taktischer gestaltet sich auch die Partie.

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Online-Schach und Sammelkartenspiele wie Hearthstone oder Magic: The Gathering lassen sich in die gleiche Kategorie einordnen. Hier gilt es, die Strategien des Gegners zu lesen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Nur wer dem Gegner einen Schritt voraus ist, kann das Match auf die eigene Seite ziehen.

Sport

Auch traditionelle Sportarten wie Fußball, Basketball und Tennis funktionieren als E-Sport. Ohne Zweifel ist FIFA der erfolgreichste E-Sport-Titel in diesem Bereich. Bundesligisten sponsern zum Teil einzelne Spieler oder rufen eigene Teams ins Leben. Natürlich versprechen sich die Vereine – gerade beim jüngeren Publikum – gute PR. Sollte man den nächsten Superstar im E-Sport-Bereich entdecken, tut sich aber möglicherweise auch eine weitere Einnahmequelle auf.

Die höchsten Preisgelder bei E-Sport Turnieren

E-Sport Turniere zahlen keineswegs Taschengeldbeträge an ihre Sportler aus. Profi-Gamer ist eine ernstzunehmende Berufsbezeichnung geworden. Bei den wichtigsten Turnieren des Jahres – etwa Weltmeisterschaften – geht es nicht selten um Millionenbeträge im Preisgeldtopf. Darüber hinaus sind Profi-Gamer bei ihrem Team oft fest angestellt und beziehen ein vier- oder gar fünfstelliges Monatsgehalt.

Dota 2 steht unangefochten an der Spitze

Die Top 30 der erfolgreichsten E-Sportler ist durchsetzt von Dota-2-Spielern. The International ist das bekannteste jährlich stattfindende Dota 2 Turnier. In den Jahren 2015 bis 2021 schütteten die Turniere – mit Ausnahme von 2020 – jeweils zwischen 18,43 und 40,02 Millionen US-Dollar aus. Das Preisgeld speist sich vor allem aus den Verkäufen von Battle Passes. Beim The International 2021 war am Ende das Team Spirit erfolgreich. Mit dem Sieg fuhr das Team 18.208.300 $ ein.

Fortnite auf dem aufsteigenden Ast

2019 hielt der ungemein populäre Koop-Shooter Fortnite erstmals eine Weltmeisterschaft ab. Im Modus Solo und Duo wurden je 15,1 und 15,29 Millionen US-Dollar ausgeschüttet. Der US-Amerikaner Kyle „Bugha“ Giersdorf sicherte sich mit seinem Solo-Sieg 3 Millionen $. Dem Duo „Nyhrox“ und „aqua“ wurde ein Preisgeld in gleicher Höhe zugesprochen.

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League of Legends und PUBG ebenfalls ganz groß

Das MOBA League of Legends ist ein Zuschauermagnet und konnte bei Weltmeisterschaften mehrmals die Millionenmarke sprengen. Am meisten Preisgeld sprang für die Spieler bei der LoL 2018 World Championship heraus. Nicht weniger als 6,45 Millionen wurden hier unter den Profis verteilt.

Noch etwas erfolgreicher war der Battle-Royale-Shooter PlayerUnknown’s Battlegrounds (kurz: PUBG). Beim PGI.S 2021 Main Event gingen 7,07 Millionen an die besten Schützen der Welt.

E-Sport in der Zukunft

Tendenziell bleibt E-Sport in den kommenden Jahren ein Wachstumsmarkt. Je erfolgreicher Live-Streaming-Plattformen wie Twitch, je stärker die Videospiele-Branche wächst, desto höher fallen die Preisgelder bei E-Sport Turnieren aus.

Bis dato rauscht der Siegeszug des E-Sports mit rasanter Geschwindigkeit über die virtuellen Schienen. Die Annahme, dass weitere Staaten – vielleicht auch Deutschland – E-Sport als Sport akzeptieren, ist berechtigt. Allein das auflodernde Interesse an E-Sport ist wahrscheinlich genug, um viele Länder der Welt zum Einlenken zu bewegen. Ob E-Sport infolgedessen olympisch wird, bleibt abzusehen. Für die nahe Zukunft ist dies jedoch unwahrscheinlich.

Mannschaften traditioneller Sportarten und Unternehmen, die der Gaming-Branche nahestehen, werden sich voraussichtlich immer stärker mit der E-Sport-Szene vernetzen. Schon jetzt ist dies in Teilen zu beobachten.

Der Erfolg gibt dem E-Sport Recht

E-Sport ist die logische Folge aus dem menschlichen Wunsch, sich im Wettbewerb miteinander zu messen. Der elektronische Sport war kein plötzlich aufblitzender Trend, der irgendwann wieder im Nirwana verschwinden wird. Gleichberechtigt zu Sportarten wie Fußball oder Tennis wird E-Sport höchstens noch imposanter in Erscheinung treten. Schon jetzt sind Veranstalter in der Lage, ganze Stadien mit Zuschauern zu füllen.

Vor allem bei Jüngeren haben sich die Sehgewohnheiten gewandelt. Wer mit Videospielen aufgewachsen ist, verfolgt die Fortnite Weltmeisterschaft online genauso gern wie die Fußball-WM im Fernsehen. Oder sogar noch lieber.

Verena Holland

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