Wirtschaft

Über die Fusion: Anbieter von Ladestationen für E-Autos: EVBox will sich im Frühjahr an der Börse melden

EVBox strebt diesen Frühjahr einen Börsengang an
Fusion mit dem börsennotierten Spezialfahrzeug TPG Pace Beneficial Finance
Die Einnahmen sollten in Richtung Expansion fließen

Laut Angaben des Unternehmens ist EVBox ein führendes Unternehmen in Europa für Ladelösungen für Elektrofahrzeuge und betreibt mehr als 190.000 Ladestationen in mehr als 70 Ländern. Neben Europa ist das Unternehmen auch in Nordamerika präsent, hat dort aber noch keine vergleichbare Marktposition. Dies sollte sich jedoch schnell ändern, da das niederländische Unternehmen nun durch einen Börsengang Geld sammeln möchte, um seine Expansion voranzutreiben, insbesondere in Europa und Nordamerika.

EVBox verpflichtet sich, durch Fusion an der NYSE zu notieren

EVBox wählt einen Weg zur Börse, der in letzter Zeit bei Startups immer beliebter wird: Der Anbieter von Ladestationen plant die Fusion mit TPG Pace Beneficial Finance, einem öffentlich gehandelten Zweckgesellschaft, dessen Aktien bereits an der NYSE gehandelt werden. Unternehmen wie TPG Pace Beneficial Finance werden auch als SPACs – kurz für Special Purpose Acquisition Company – bezeichnet und dienen nur der Fusion mit einem anderen Unternehmen, um den Börsengang zu beschleunigen. Denn ein unabhängiges öffentliches Angebot dauert oft viele Monate. Nach Abschluss der Transaktion wird das kombinierte Unternehmen EVBox Group genannt und an der New Yorker Börse unter einem neuen Tickersymbol gehandelt. Laut Pressemitteilung soll dies bis Ende des ersten Quartals der Fall sein.

Auch der Tesla-Konkurrent Nikola hat im Sommer 2020 seine Aktien über diese Methode gehandelt, ebenso wie das Elektro-Startup Canoo kurz vor Weihnachten. Das Unternehmen TPG, zu dem TPG Pace Beneficial Finance gehört, verfügt ebenfalls über Erfahrung auf diesem Gebiet. Laut Pressemitteilung hat TPG seit 2015 fünf erfolgreiche SPAC-Börsen durchgeführt und in den letzten zehn Jahren insgesamt 55 Unternehmen auf verschiedene Weise an die Börse gebracht. Auch die Aktionäre reagierten begeistert: Die Aktien von TPG Pace Beneficial Finance stiegen am Tag nach der Ankündigung um 146 Prozent.

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EVBox will sich auf die steigende Nachfrage nach Elektromobilität vorbereiten

EVBox wurde 2010 gegründet und bietet Ladelösungen für Elektrofahrzeuge und passende Cloud-basierte Softwareangebote. Sowohl Wechselstromladestationen als auch Gleichstromladestationen sind Teil des Unternehmensportfolios, das 2017 vom Energieunternehmen Engie übernommen wurde. Auch nach dem Börsengang wird es eine Beteiligung von mehr als 40 Prozent an EVBox haben und “ein wichtiger strategischer Partner bleiben”.

EVBox erwartet aufgrund des Börsengangs “mehr als 425 Millionen US-Dollar in bar” in seiner Bilanz. Davon werden 225 Millionen US-Dollar durch eine PIPE-Transaktion direkt von institutionellen Anlegern gesammelt, darunter „Fonds und Konten, die von BlackRock, Inclusive Capital Partners, Neuberger Berman Funds und Wellington Management verwaltet werden“. Wofür dieses Kapital verwendet wird, ist ebenfalls bereits klar: „Der Cash-Erlös aus der Transaktion wird zur Finanzierung des Betriebs, zur Unterstützung des Wachstums und zum Erwerb von Eigenkapital in Höhe von 180 Mio. USD von Engie verwendet“, heißt es. in der Pressemitteilung. Insbesondere werden die Einnahmen – abzüglich des an Engie gezahlten Betrags – als Wachstumskapital verwendet, um das globale Geschäft voranzutreiben und das Technologieportfolio von EVBox zu erweitern. Der Fokus muss auf Europa und Nordamerika bleiben.

EVBox ist bereit, “eine führende Rolle bei der erwarteten beschleunigten Einführung von Elektrofahrzeugen zu übernehmen”, sagte CEO Kristof Vereenooghe laut Pressemitteilung. „Bei EVBox arbeiten wir an einer Zukunft, in der unser täglicher Verkehr elektrisch, emissionsfrei und durch eine saubere Ladeinfrastruktur unterstützt wird. […] Mit unseren neuen Partnern bei TPG, der fortgesetzten strategischen Unterstützung durch Engie und einer Gruppe neuer bekannter Investoren sind wir gut positioniert, um diese Ziele zu erreichen, indem wir die Produktentwicklung beschleunigen und unserem wachsenden Kundenstamm End-to-End-Lösungen anbieten. Reichweite, insbesondere in Nordamerika “, fügte Vereenooghe hinzu.

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EVBox mit einem Unternehmenswert von 1 Milliarde US-Dollar?

EVBox profitiert von der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos, nicht nur durch den Verkauf seiner Ladegeräte, sondern auch durch geeignete Softwarelösungen, die im Abonnement angeboten werden. Darüber hinaus generiert das Unternehmen zusätzliche wiederkehrende Einnahmen durch nicht spezifizierte Services und Gebühren für die Transaktionsverarbeitung. Es ist jedoch nicht bekannt, wie viel Umsatz die Niederländer derzeit erwirtschaften. Derzeit liegen auch keine Informationen zum Gewinn oder Verlust von Unternehmen vor. Nach der Fusion mit TPG Pace Beneficial Finance hätte das Unternehmen jedoch einen impliziten Unternehmenswert von 969 Millionen US-Dollar – laut Pressemitteilung fast 1 Milliarde US-Dollar. Einschließlich der Barmittel in Höhe von 425 Millionen US-Dollar, die durch den Börsengang generiert werden, beläuft sich der Pro-forma-Eigenkapitalwert auf rund 1.394 Millionen US-Dollar. Ob diese Schätzung gerechtfertigt ist oder ob Anleger EVBox völlig anders sehen, bleibt nach dem Börsengang im Frühjahr abzuwarten.

Finanzen.net Redaktion

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Bildquellen: EVBox Group

Lili Falk

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