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Deutschland: Verhaftungen wegen Klimaprotesten stören Berliner Kohlekraftwerk und Verkehr | Nachrichten | DW

Die Polizei in Ostdeutschland hat am Montag Klimademonstranten vom Gelände eines Kohlekraftwerks entfernt, nachdem der Betreiber sagte, ihre Aktionen hätten eine Kürzung der Produktion erzwungen.

Die Demonstranten zielten sowohl auf Kohlelager am Kraftwerk als auch auf die Bahntrassen, die für den Transport von Brennstoff zum Kraftwerk in Jänschwalde bei Cottbus genutzt wurden.

Die Gruppe, deren Name „Unfreiwillige Feuerwehr“ grob übersetzt „unwillige Feuerwehrleute“ bedeutet, sagte, dass etwa 40 ihrer Mitglieder vor Ort waren.

„Wir nehmen hier heute den Kohlefluss selbst in die Hand“, sagte der Konzern.

Der Innenminister sprach von Sabotage, die Polizei sprach von eindeutig kriminellen Machenschaften.

Teilleistungsreduzierung verursacht, keine Stromausfälle

Laut einem Sprecher des Energieunternehmens Leag, Thoralf Schirmer, haben Aktivisten sowohl ein Kohlelager vor Ort als auch die Eisenbahnlinien, die das Kraftwerk speisten, gestört.

Schirmer nannte die Aktivitäten einen „Angriff auf die Sicherheit“ [electricity] Lieferung.“

Er sagte, die Ausfälle zwangen das Braunkohlekraftwerk (oder die Braunkohle) vorübergehend auf etwa die Hälfte der Kapazität, aber der normale Betrieb wurde später am Montag wieder aufgenommen. Die reduzierte Leistung führte nicht zu Stromausfällen.

„Fossilienfreie Zukunft: Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke verschrotten“, steht auf dem Schild komplett auf Deutsch

Die Polizei beschrieb die Bemühungen zur Räumung des Geländes als zeitaufwändig und sagte, es sei schwierig, die Demonstranten von Bahngleisen oder anderen Geräten zu entfernen oder zu entfernen.

Die Polizei äußerte sich nicht zur Zahl der beteiligten Personen, aber ein Sprecher sagte der Deutschen Nachrichtenagentur dpa: „Es ist klar, dass es sich um einen Strafprozess handelt.“

Die Ukraine stellt deutsche Kohle- und Atomabschaltpläne in Frage

Deutschlands Pläne zum Ausstieg aus Atomkraft und Kohle gab es bereits vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Doch der Konflikt setzt Pläne unter Druck, den letzten Kernreaktor bis Ende 2022 und das letzte Kohlekraftwerk bis 2038 abzuschalten.

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So kann das Kohlekraftwerk Jänschwalde binnen weniger Tage zwei weitere Blockblöcke zünden, die bis vor kurzem als Notreserve vorgehalten wurden. Diese Entscheidung muss jedoch noch von der staatlichen Umweltbehörde genehmigt werden, nachdem ein Einspruch gegen den Umzug zur Reaktivierung der Blöcke E und F auf dem Gelände erhoben wurde.

Auch zwei der letzten drei verbliebenen Kernkraftwerke des Landes scheinen zumindest einige Monate länger betriebsbereit zu sein als bisher geplant, falls sich Regierung und Anlagenbetreiber auf einen neuen Zeitplan einigen können.

Das Thema sorgt auch für Spannungen in der Koalitionsregierung, die aus den umweltbewussten Grünen, den Mitte-Links-Sozialdemokraten (mit einer langen Geschichte gegen die Atomenergie, aber auch mit engen historischen Verbindungen zu den Bergarbeitergewerkschaften) und den Wirtschaftsorientierten besteht Freie Demokraten (FDP), die ihre beiden älteren Partner auffordert, angesichts der hohen russischen Gaspreise ihre Bedenken zu zerstreuen.

FDP-Finanzminister Christian Lindner sagte am Montag, die deutschen Kohle- und Atomkraftwerksbetreiber „brauchen klare Planungssicherheit“ bis mindestens 2024.

„Wir müssen das Problem an der Wurzel packen“, sagte Lindner. „Wir brauchen diese Anlagen im europäischen Strommix.“

Aktivisten in Berlin blockieren Hauptverkehrsstraßen

Unterdessen mobilisierte die Polizei in der Hauptstadt Berlin, um einen separaten Protest zu stoppen, der von der Gruppe „Extinction Rebellion“ organisiert wurde.

An drei großen Engstellen in der Innenstadt versammelten sich die Menschen, die Hauptgruppe errichtete vor dem Gebäude des Bundesumweltministeriums am Potsdamer Platz eine pinkfarbene Fake-Bohranlage.

Sie trafen auch an zwei Kreuzungen der Straße Unter den Linden zusammen, eine angrenzend an die Charlottenstraße und die andere an die Friedrichstraße. Allein an der Kreuzung Charlottenstraße kamen nach Angaben der Veranstalter 250 Menschen.

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Die Berliner Polizei sagte, sie habe etwa 450 Beamte eingesetzt, um mit den Demonstranten fertig zu werden. Das sei schwierig gewesen, weil sich einige von ihnen auf die Straße oder den Bürgersteig geklebt hätten, sagten sie.

Extinction Rebellion beschwerte sich, dass Polizeikontrollen und Durchsuchungen sie behindert hätten. Es sagte auch, es plane weitere Aktivitäten in Berlin am Dienstag.

msh/wd (AFP, dpa, Reuters)

Emilie Geissler

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