Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs hat die Europäische Union der Ukraine ihre fortdauernde Unterstützung zugesichert. Bei einem Besuch in Kiew unterstrichen die Spitzen der EU ihre Solidarität mit dem Land. Neue milliardenschwere Hilfszusagen blieben jedoch aus – auch wegen Widerständen innerhalb der Union.
EU-Spitze nimmt an Gedenkzeremonie in Kiew teil
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa reisten anlässlich des Jahrestags der Invasion in die ukrainische Hauptstadt. Gemeinsam mit mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs nahmen sie an einer Gedenkveranstaltung teil und gedachten der Opfer des Krieges.
Zudem wollten sich die EU-Vertreter vor Ort ein Bild von den Schäden an der ukrainischen Energieinfrastruktur machen, die durch russische Raketenangriffe entstanden sind. Auch ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stand auf dem Programm.
Von der Leyen erklärte, ihr Besuch solle den „anhaltenden Einsatz Europas für den gerechten Kampf der Ukraine“ unterstreichen. Gerade im schwierigen Winter bleibe die Unterstützung „unerschütterlich“. Gleichzeitig richtete sie eine klare Botschaft an Moskau: Die Europäische Union werde nicht nachgeben, bis ein Frieden erreicht sei – und zwar zu Bedingungen, die von der Ukraine selbst festgelegt würden.
Blockade verhindert neues milliardenschweres Hilfspaket
Konkrete neue Finanzhilfen in Milliardenhöhe konnten die EU-Spitzen bei ihrem Besuch jedoch nicht ankündigen. Hintergrund sind Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Europäischen Union.
Ungarn und die Slowakei blockierten sowohl zusätzliche Sanktionen gegen Russland als auch ein umfangreiches EU-Kriegsdarlehen für die Ukraine. Beide Länder gelten als stark abhängig von russischen Energielieferungen und haben in der Vergangenheit wiederholt Vorbehalte gegenüber neuen Strafmaßnahmen geäußert.
Das geplante Darlehenspaket umfasst insgesamt 90 Milliarden Euro. Davon sind 60 Milliarden Euro für die militärische Verteidigung der Ukraine vorgesehen. Da für solche Entscheidungen Einstimmigkeit erforderlich ist, konnte bislang keine Einigung erzielt werden.
Stattdessen wird nun voraussichtlich lediglich ein Nothilfepaket im Umfang von rund 100 Millionen Euro für die Energiesicherheit auf den Weg gebracht. Diese Unterstützung kann ohne einstimmigen Beschluss aller Mitgliedstaaten beschlossen werden.
EU bleibt wichtigster Geldgeber der Ukraine
Trotz der aktuellen Blockade betonte die Europäische Union in einer gemeinsamen Erklärung, weiterhin der größte finanzielle Unterstützer der Ukraine zu sein. Seit Beginn des Krieges hat die EU bereits umfangreiche Mittel für militärische, wirtschaftliche und humanitäre Hilfe bereitgestellt – ein Engagement, das auch aus deutscher Sicht eine zentrale Rolle in der europäischen Sicherheitspolitik spielt.
Darüber hinaus arbeitet die EU an einem neuen Plan zur Stabilisierung der ukrainischen Energieversorgung. Ziel ist es, beschädigte Kraftwerke schneller zu reparieren und wieder an das Stromnetz anzuschließen. Gerade in den Wintermonaten ist eine stabile Energieversorgung für die Bevölkerung von entscheidender Bedeutung.
Parallel dazu kündigte die EU an, den Druck auf Russland weiter zu erhöhen. Neue Maßnahmen sollen insbesondere den russischen Energie- und Finanzsektor sowie die sogenannte Schattenflotte treffen, mit der Moskau bestehende Sanktionen zu umgehen versucht.
Keine konkrete Zusage für schnellen EU-Beitritt
Eine zentrale Forderung der Ukraine blieb jedoch unerfüllt: Eine konkrete Zusage für einen EU-Beitritt bereits im kommenden Jahr erhielt Präsident Selenskyj nicht. Zwar bekräftigte die EU ihre grundsätzliche Unterstützung für den europäischen Integrationskurs der Ukraine, ein verbindlicher Zeitplan wurde jedoch nicht genannt.
Fazit: Politische Unterstützung stark, finanzielle Einigkeit begrenzt
The EU leadership’s visit to Kyiv sends a clear political signal of solidarity. At the same time, the blocked aid packages demonstrate that the European Union continues to grapple with internal differences on key issues of support for Ukraine. While political backing remains intact, the implementation of further substantial financial assistance depends significantly on the unity of the member states.

