Montag, August 10, 2026

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Vollering gewinnt Tour de France Femmes zum zweiten Mal – Niedermaier holt Weiß

Demi Vollering hat die Tour de France Femmes zum zweiten Mal für sich entschieden und damit einen historischen Erfolg gefeiert. Die Niederländerin setzte sich in einem dramatischen Finale gegen ihre polnische Rivalin Kasia Niewiadoma durch. Aus deutscher Sicht sorgte Antonia Niedermaier mit Gesamtrang vier und dem Gewinn des Weißen Trikots für ein starkes Ergebnis.

Demi Vollering entscheidet spannendes Finale für sich

Wenige Kilometer vor dem Ziel konnte sich Demi Vollering ein Lächeln nicht mehr verkneifen. Die 29-Jährige wusste zu diesem Zeitpunkt, dass ihr der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen war. Am extrem steilen Schlussanstieg hatte sie ihre entscheidende Attacke gesetzt und den Vorsprung anschließend in der Abfahrt deutlich vergrößert.

Mit geballten Fäusten und Tränen in den Augen überquerte Vollering schließlich als Erste die Ziellinie.

„Ich habe noch nie vorher im Gelben Trikot gewonnen“, sagte sie nach dem Rennen sichtlich emotional. „Ich habe an mein Team gedacht und alle, die hinter mir gestanden haben. Es ist ein Traum, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die diese Liebe teilen.“

Nur acht Sekunden Vorsprung vor der letzten Etappe

Die Ausgangslage vor der neunten und letzten Etappe hätte kaum enger sein können. Vollering ging mit lediglich acht Sekunden Vorsprung auf Niewiadoma ins Rennen.

Zusätzlich erschwerten Temperaturen von mehr als 30 Grad die Bedingungen. Der 99,2 Kilometer lange Rundkurs rund um Nizza umfasste insgesamt 2.100 Höhenmeter.

Col d’Èze wird zum entscheidenden Anstieg

Im Mittelpunkt stand der Col d’Èze, der bekannte Hausberg von Nizza. Auf den steilsten Passagen erreichte die Steigung bis zu 16 Prozent. Anschließend wartete eine rund 15 Kilometer lange Abfahrt bis zum Ziel auf der Promenade des Anglais.

Bereits unmittelbar nach dem Start kam es zu mehreren Attacken. Zunächst gelang es jedoch keiner Fahrerin, sich entscheidend abzusetzen.

Das Team Canyon-SRAM von Niewiadoma hielt das Tempo hoch und versuchte, Vollering frühzeitig zu isolieren. Auch Antonia Niedermaier arbeitete intensiv für ihre Kapitänin. Gleichzeitig kämpfte die Deutsche um das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin.

Berg- und Sprintwertung frühzeitig entschieden

Puck Pieterse aus den Niederlanden stand bereits vor der letzten Etappe praktisch als Gewinnerin des Gepunkteten Trikots fest, sofern sie das Rennen innerhalb des Zeitlimits beendete.

Die Entscheidung um das Grüne Trikot fiel bei der ersten Sprintwertung nach gut 25 Kilometern. Lorena Wiebes sicherte sich 17 Punkte und konnte damit unter Einhaltung des Zeitlimits nicht mehr von der Spitze der Punktewertung verdrängt werden.

Nach dem flacheren Abschnitt erhöhte Canyon-SRAM erneut das Tempo. Besonders die 21-jährige Britin Zoe Backstedt sorgte für eine deutliche Verschärfung.

Nach 32 Kilometern bestand das Peloton nur noch aus 13 Fahrerinnen. Kurz vor der folgenden Abfahrt übernahm Niedermaier die Tempoarbeit und unterstützte Niewiadoma im Kampf um das Gelbe Trikot.

Sturz kostet Marlen Reusser wichtige Zeit

Einen schweren Rückschlag musste Marlen Reusser hinnehmen. Die Schweizerin war mit 1:12 Minuten Rückstand als Dritte der Gesamtwertung in die Schlussetappe gestartet.

Etwa zur Hälfte des Rennens stürzte sie in einer Abfahrt und blieb zunächst neben ihrem Fahrrad sitzen. Nach kurzer Behandlung setzte Reusser das Rennen fort, verlor jedoch mehrere Minuten und damit ihren dritten Platz im Gesamtklassement.

Unterdessen setzte sich die Kanadierin Isabella Holmgren allein an die Spitze. Zeitweise betrug ihr Vorsprung auf die Gruppe der Favoritinnen rund eine Minute. Auf der letzten Runde wurde der Abstand jedoch kontinuierlich kleiner.

Niedermaier bereitet Angriff von Niewiadoma vor

Am letzten Anstieg zum Col d’Èze übernahm Antonia Niedermaier erneut die Führung der Verfolgergruppe. Mit einer deutlichen Tempoverschärfung bereitete sie den erwarteten Angriff von Niewiadoma vor.

Kurz vor dem steilsten Abschnitt wurde Holmgren eingeholt.

Nun erhöhte Niewiadoma selbst das Tempo. Nur Vollering konnte der Polin folgen. Damit entwickelte sich der direkte Kampf der beiden stärksten Fahrerinnen um den Gesamtsieg.

Vollering attackiert 700 Meter vor der Kuppe

Rund 700 Meter vor dem höchsten Punkt setzte Vollering ihre entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte nicht mehr folgen.

Die Niederländerin blickte mehrfach zurück und erkannte, dass ihr Vorsprung kontinuierlich anwuchs. Während Niewiadoma zunehmend Schwierigkeiten hatte, machte Vollering einen kontrollierten und kraftvollen Eindruck.

An der Bergwertung betrug ihr Vorsprung bereits rund 20 Sekunden. Damit war eine Vorentscheidung gefallen.

Mehr als eine Minute Vorsprung im Ziel

Auf der anschließenden Abfahrt baute Vollering ihren Vorsprung auf mehr als eine Minute aus. Nach 2:44:43 Stunden erreichte sie als Siegerin der letzten Etappe das Ziel in Nizza.

Paula Blasi wurde mit 1:04 Minuten Rückstand Zweite, Niewiadoma belegte zeitgleich Rang drei.

Damit sicherte sich Vollering zum zweiten Mal den Gesamtsieg der Tour de France Femmes. Niewiadoma beendete die Rundfahrt auf Gesamtrang zwei.

Auch Antonia Niedermaier durfte einen bedeutenden Erfolg feiern. Die Deutsche erreichte den vierten Platz in der Gesamtwertung und gewann das Weiße Trikot als beste Nachwuchsfahrerin.

Vollerings Triumph krönte ein bis zur letzten Bergetappe offenes Duell um Gelb. Gleichzeitig unterstrich Niedermaiers Leistung, dass auch aus deutscher Sicht die Tour de France Femmes mit einem herausragenden Ergebnis endete.

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