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RKI-Chef über Corona-Situation: „Noch nicht über den Berg“

Ein Hauch von Optimismus – aus Sicht von RKI-Chef Wieler ist nichts passender. Die neuen Koronainfektionen bleiben auf hohem Niveau. Laut Wieler zeigen die Maßnahmen jedoch ihre ersten Auswirkungen.

Aus Sicht des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt das „Lockdown-Licht“ im November seine erste vorläufige Wirkung. Die Zahl der nationalen Neuinfektionen stabilisiert sich, jedoch auf hohem Niveau.

Lothar Wieler, Institutsleiter, warnte: „Wir sind noch weit vom Berg entfernt.“ Die Situation bleibt „sehr ernst“. Es ist unklar, ob sich der Trend ändert. Wieler war jedoch optimistisch, dass sich die Wirkung der Maßnahmen fortsetzen würde.

Es ist noch nicht abschätzbar, wie lange die strengeren Bedingungen in Kraft bleiben werden, sagte Wieler. Wenn die Anzahl der Neuinfektionen nicht kontrolliert werden kann, besteht immer noch das Risiko, dass Kliniken an ihre Grenzen stoßen und Patienten nicht optimal versorgt werden können.

Schulen und Kindergärten müssen offen bleiben

Trotz der anhaltend hohen Infektionsrate riet Wieler von einer Ausweitung der Maßnahmen durch die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten ab. Der Infektionsprozess in Schulen kann kontrolliert werden. Die Inzidenz bei Kindern unter 12 Jahren ist geringer als in anderen Altersgruppen. Kinder neigten dazu, die Infektion zu verfolgen. Es müssen jedoch auch die „intelligenten Konzepte“ umgesetzt werden, die Schulen und Kindertagesstätten zum Schutz entwickelt haben.

Die größte Hoffnung im Kampf gegen die Pandemie bleibt jedoch ein früher Impfstoff. Dies wäre „eine sehr gute Waffe“, sagte Wieler. Sobald ein Impfstoff zugelassen ist, kann die Pandemie viel besser kontrolliert werden.

Die beiden Kooperationsgruppen Biontech und Pfizer sowie das Unternehmen Moderna haben kürzlich große Fortschritte bei der Suche nach einem Wirkstoff gemeldet.

Über 22.600 Neuinfektionen im ganzen Land

Am Morgen meldete der RKI innerhalb von 24 Stunden 22.609 neue Koronainfektionen, rund 5.000 mehr Fälle als am Tag zuvor. Etwa 750 Fälle wurden mehr gemeldet als vor einer Woche. Am vergangenen Donnerstag betrug die Zahl der Neuinfektionen 21.866.

Der Höhepunkt wurde am vergangenen Freitag mit 23.542 gemeldeten Fällen erreicht. Seit Beginn der Pandemie hat das RKI in Deutschland insgesamt 855.916 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 gezählt (Stand 19. November 00:00). Die Zahl der Todesfälle durch das Virus stieg am Donnerstag um 251 auf insgesamt 13.370.

RKI spricht von „diffusen Ereignissen“

Der RKI schätzt, dass sich inzwischen rund 562.700 Menschen erholt haben. Nach dem Lagebericht des RKI vom Mittwochabend betrug der sogenannte Sieben-Tage-R 0,95 (Vortag: 0,97). Dies bedeutet, dass 100 infizierte Personen theoretisch 95 weitere Personen infizieren. Der Wert gibt das Auftreten der Infektion vor acht bis sechzehn Tagen an. Wenn es längere Zeit unter 1 bleibt, nimmt der Infektionsprozess ab.

Das RKI machte ein „weitgehend diffuses Ereignis“ für die hohe Anzahl von Fällen verantwortlich. Es gibt zahlreiche Anhäufungen in Haushalten, aber zunehmend auch in kommunalen Einrichtungen und Alters- und Pflegeheimen sowie im beruflichen Umfeld. Es gibt auch eine Anhäufung aufgrund religiöser Ereignisse. Die Infektionsumgebung ist jedoch weitgehend unmöglich zu bestimmen.

Tagesschau24 berichtete am 19. November 2020 um 11:00 Uhr über dieses Thema.


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