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Paderborner-Blatt / Regionales / Schulentwicklung Bad Lippspringe/Schlangen

Schulentwicklung Bad Lippspringe/Schlangen

Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) - Ein wichtiges schulpolitisches Signal kommt aus Detmold: Die Bezirksregierung hält die Einrichtung einer vier- bis fünfzügigen Gesamtschule in Bad Lippspringe für möglich. Allerdings nicht schon zum Beginn des Schuljahres 2012/2013.

Der Rat der Stadt Bad Lippspringe wie auch der Schlänger Gemeinderat haben in den vergangenen Wochen jeweils per Beschluss die Weichen in Richtung gemeinsame Gesamtschule gestellt. Inwieweit ihre Pläne auch realisierbar sind, wollten die Bürgermeister beider Kommunen, Andreas Bee und Ulrich Knorr, am Mittwoch bei einem Treffen mit der Bezirksregierung ausloten.

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Grundlage des zweistündigen Gesprächs war ein gemeinsames pädagogisches Eckpunktepapier, das vor Monaten bereits in enger Zusammenarbeit mit dem beauftragten Schulplaner Achim Körbitz (Universität Bielefeld) entwickelt wurde. Es sieht im Kern die Einrichtung einer fünfzügigen Gesamtschule an zwei Standorten vor. Der Bad Lippspringer Teilstandort würde demzufolge dreizügig sein, der Schlänger zweizügig. Das Eckpunktepapier trifft eine weitere zentrale Aussage: Die Klassen 5 – 10 würde es demzufolge an beiden Standorten geben.

Diese so genannte „vertikale Lösung“ einer fünfzügigen Gesamtschule wertet die Bezirksregierung Detmold als problematisch. Ein gutes Fächer- und Leistungsangebot an zwei voneinander getrennten Lernstandorten sei nur schwer zu erreichen.

Und noch ein Problem wurde in dem Gespräch deutlich: Teilstandorte benötigen nach Überzeugung der Bezirksregierung eine gewisse Mindestgröße; die sei bei einer fünfzügigen Gesamtschule, aufgeteilt auf zwei Standorte, aber nicht gegeben. Diese generelle Auffassung sei auch gängige Genehmigungspraxis des NRW-Schulministeriums.

Den beiden Bürgermeistern gab die Bezirksregierung die eindeutige Empfehlung, sich bei weiteren Planungen für eine mögliche Gesamtschule im Sozialraum Bad Lippspringe/Schlangen auf einen einzigen Standort zu konzentrieren.

Grundsätzlich sei zwar auch vorstellbar, die Klassen 5-7 in Schlangen und die Klassen 8-10 plus Oberstufe in Bad Lippspringe einzurichten. Diese so genannte „horizontale Lösung“ habe aber unübersehbare Nachteile: Bei einer Schule an zwei Standorten würden sich Teilkollegien bilden, die Lehrer müssten zwischen den Unterrichtsstunden pendeln und die Schüler im Verlauf ihrer Schulzeit unnötigerweise von der einen zur anderen Schule wechseln. Im Ergebnis wäre an keinem der beiden Standorte eine vollständige Schule vorhanden. Unter diesen Bedingungen sei es sehr schwierig, so die Detmolder Schulexperten, eine qualitativ hochwertige Schule zu errichten, mit der sich Lehrer und Schüler gleichermaßen identifizieren können.

Bad Lippspringe ist nach Überzeugung der Bezirksregierung aufgrund der vorliegenden Schülerzahlen durchaus in der Lage, eine vier- bis fünfzügige Gesamtschule allein zu stemmen. Der Wunsch der Gemeinde Schlangen, das dort vorhandene Schulgebäude in die Planungen mit einzubeziehen, sei zwar nachvollziehbar, die eindeutig bessere Lösung bestehe aber in einer qualitativ hochwertigen Schule an einem Standort.

Klare Aussagen macht die Bezirksregierung auch zum weiteren Zeitplan. Die notwendigen schulpolitischen Entscheidungen sollten ihrer Meinung nach nicht übers Knie gebrochen werden. Dass eine mögliche Gesamtschule in Bad Lippspringe bereits zum Schuljahr 2012/2013 an den Start geht, sei schon aus organisatorischen Gründen nicht machbar.

Die Ergebnisse des Gesprächs mit der Bezirksregierung werden den Bad Lippspringer Schulausschuss in einer Sondersitzung voraussichtlich Mitte Oktober beschäftigen. Bürgermeister Andreas Bee sieht die Stadt vor richtungsweisenden Entscheidungen und vor möglicherweise starken Veränderungen in der Bad Lippspringer Schullandschaft. Bee: „Wir haben die Frage zu klären: Wie sieht die Zukunft unserer Realschule aus, die vorbildlich gute Arbeit leistet? Können wir dieses Potenzial und auch das unserer Hauptschüler in einer neuen Schulform noch besser zur Geltung bringen?“

Eine Sekundarschule oder Gesamtschule mit einer attraktiven Oberstufe am Ort wäre nach Überzeugung Bees auch ein wichtiger Standortvorteil. Aber alles, was wünschenswert erscheine, müsse am Ende auch finanzierbar sein. Lehrer, Eltern und Schüler gab Bee das Versprechen, sie in die anstehenden Beratungen mit einzubeziehen und jederzeit umfassend zu informieren.

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