Zehnkampf-Legende Kurt Bendlin beim Neujahrsempfang der Wirtschaftsjunioren und des Wirtschaftsclubs
Paderborn - „Menschen, die in der Wirtschaft erfolgreich sein wollen, leben wie Hochleistungssportler, bei denen auch alles durchstrukturiert und bis ins Kleinste ausgeklügelt ist.“ Das sagte auf dem Neujahrsempfang der Wirtschaftsjunioren und des Wirtschaftsclubs Paderborn + Höxter in der Paderborner Kaiserpfalz einer, der es wissen muss: Kurt Bendlin, Zehnkampf-Weltrekordler, Olympiasieger, Management-Trainer und Buchautor erläuterte in einem engagierten Vortrag über das „Gleichgewicht von Körper und Seele als Fundament der beruflichen Leistung“, wie Manager trotz Leistungsdruck gesund bleiben können.
„Der Jahresbeginn ist für uns Unternehmer, was den Umsatz angeht, immer wieder die Stunde Null“, sagte der Wirtschaftsjunioren-Vorsitzende Martin Henkel bei der Begrüßung der rund 100 Gäste. Er forderte verlässliche Rahmenbedingungen und eine bundesweit harmonisierte Bildungspolitik.
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„Statt das Bildungsniveau an den Schwächsten zu orientieren, müssen wir die Schwachen soweit unterstützen, dass sie auch auf einem mittleren Leistungsniveau mithalten können.“ Ein Umdenken bei der Bildungspolitik forderte auch der stellvertretende Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren NRW, Oliver Ostmann. „Schule ist für die Schüler da und nicht umgekehrt.“ Die Politik müsse endlich aufhören mit der Bildung zu experimentieren.
Martin Henkel machte in der Jahresauftaktveranstaltung deutlich, dass Unternehmer sich klar machen sollten, dass es nicht nur darauf ankommt, wie viel Leistung sie für ihr Unternehmen erbringen, sondern auch, dass sie langfristig für ihr Unternehmen zur Verfügung stehen. „Die Sorge um ihre eigene Gesundheit ist immer auch eine Vorsorge für das eigene Unternehmen“, sagt Martin Henkel. Daher entschlossen sich die Wirtschaftsjunioren einen Festredner zu dieser Thematik einzuladen.
„Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben“, leitete anschließend Bendlin seinen Vortrag ein, in dem er die Zuschauer an seinen persönlichen Erfahrungen mit Motivation, Erfolg und Gesundheit teilhaben ließ. „Stress ist Lebensqualität“, so die überraschende These des Diplom-Sportlehrers. „Wir brauchen ihn, um erfolgreich zu sein. Nur wenn er mit uns jongliert, wirkt er negativ.“ Leben sei Wettkampf, betonte der ehemalige Hochleistungssportler und ermutigte dazu, auch mal an die eigenen Grenzen zu gehen. „Das ist wie eine Reinigung, weil man sich hier selbst begegnet und verändert.“
Er selbst habe seine Motivation auch aus seinen sozialen Defiziten geschöpft. Ihm, dem schüchternen Junge, der als Flüchtlingskind in der Schule oft gehänselt wurde, seien die sportliche Erfolge ein Quelle von Selbstbewusstsein und Ansporn gewesen. „Ich bin Weltrekordler nicht wegen meiner Stärken, sondern weil ich an meinen Schwächen gearbeitet und sie in Stärke umgewandelt habe.“ Das sei auch im Beruf die beste Strategie.
Manager unterschätzten, so Bendlin, meist die Bedeutung ihrer „Fühlfähigkeit“. Dabei müssten gerade beruflich sehr eingespannte Menschen auf sich hören und das Bewusstsein für das eigene Leben schärfen. „Wir müssen liebenswert sein, auch im Umgang mit uns selbst.“ So riet er, im Beruf möglichst nur 80 Prozent der persönlichen Leistungsfähigkeit einzusetzen, damit noch Spielraum für das Private bleibt. „Ein Körper-Seele-Gleichgewicht kann nur aus dem ausgewogenen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung entstehen.“ Hier sei es aber sinnvoll sich nach der Arbeit nicht mit einem Cognac, sondern aktiv beim Sport zu entspannen. „Der Sport bringt Ihnen dann auch den Segen der Müdigkeit“, so Bendlin. „Beim Laufen oder Fahrradfahren kann man außerdem die Jahreszeiten und die Schönheit der Landschaft erfahren - und spüren dass man lebt.“
Den „Menschen mit den 1000 Ausreden“ gab der der erfolgreiche Motivationstrainer eine Methode aus dem mentalen Training mit auf den Weg: „Entwerfen Sie ein positives Bild von dem was sie vorhaben, dann lassen Sie diesen Gedanken immer stärker und stärker werden – bis er Wirklichkeit wird.“ 
Im geschichtsträchtigen Ambiente der Paderborner Kaiserpfalz genossen unter anderem Georg Ilskens, Oliver Ostmann, Martin Henkel, Kurt Bendlin, Rudolf Wieneke, Dr. Carsten Linnemann (MbB) und Marco Nitsch (Arbeitskreisleiter Kultur und Geselliges) den Neujahrsempfang der Wirtschaftsjunioren und des Wirtschaftsclubs Paderborn + Höxter.
Kleines Bild oben links: Vier Senatoren auf einen Streich: Dieter Bergelt, Karl-Heinz Wange, Michael Dreier und Christoph Plass.













