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Absatz von Elektroautos schlechter als erwartet

Minister Rösler (r.) und Ramsauer mit Elektroautos

Berlin - Beim Thema Elektromobilität haben Bundesregierung und die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) eine positive Zwischenbilanz gezogen.

Der Fortschrittsbericht der NPE zeige, "dass wir mit den letzten beiden Jahren ein gutes Stück vorangekommen sind", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Das Ziel der Regierung, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen, steht aber in Frage.

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Mit den bestehenden finanziellen Anreizen für Autofahrer werde sich der Bestand bis 2020 voraussichtlich auf etwa 600.000 Elektrofahrzeuge belaufen, sagte NPE-Chef Henning Kagermann. Nun müssten der Markt und die regionalen Schaufenster Elektromobilität zeigen, ob das Ziel der Bundesregierung von einer Million Elektroautos im Jahr 2020 erreicht werden könne. In ihrem Bericht sei die NPE zu dem Schluss gekommen, "dass wir um eine gewisse Ko-Finanzierung durch die öffentliche Hand vielleicht nicht herumkommen".

Wichtige Schritte seien bereits gemacht worden, die Industrie habe investiert, die Qualifizierung im beruflichen Bereich sei konkretisiert und die Lehrpläne an den Hochschulen angepasst worden, sagte Kagermann. Nötig sei aber auch die Akzeptanz der Nutzer. Hinzu kämen die Fragen der Alltagstauglichkeit und der Infrastruktur.

Bis zum Jahr 2014 seien in Deutschland 15 Modelle mit Elektroantrieb im Angebot, kündigte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, an. "Die Investitionen zahlen sich jetzt aus." Hilfreich seien auch die Regierungspläne, Elektroautos von der Kfz-Steuer zu befreien.

Der Industrie gehe es jetzt darum, Forschung und Entwicklung voranzutreiben, sagte Wissmann. Zweite große Herausforderung sei eine höhere Reichweite der Batterien, "die Elektroautos nicht nur in Großstädten, sondern auch in der Verbindung Stadt und ländlicher Raum interessant erscheinen lässt". Damit würden Elektroautos auch auf dem Zweitmarkt auf Dauer werthaltig. "Wir konzentrieren uns mit gemeinsamer großer Kraftanstrengung auf die Batterie", versicherte der Verbandschef.

Die Autoindustrie setze aber "nicht alles auf das E-Auto", sagte Wissmann. Auch die Effizienz des Verbrennungsmotors könne noch deutlich verbessert werden. Als Führer in der Automobiltechnologie müsse Deutschland beim Thema Elektroauto aber eine führende Rolle spielen, "ohne dass wir heute wissen, ob sich das Elektroauto durchsetzt."

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr ihr "Regierungsprogramm Elektromobilität" vorgestellt. Dieses sieht vor, die Auto-Nation Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu machen. Demnach sollen Elektroautos für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden. Zudem soll es Vorteile für E-Dienstwagen geben. Bereits 2009 hatte die Bundesregierung das Ziel von einer Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen bis 2020 ausgegeben. Die NPE besteht aus Vertretern von Industrie, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Gesellschaft.

Mit rund 20 Millionen Euro Fördergeld vom Staat soll zudem die Zahl der Wasserstoff-Tankstellen in den kommenden Jahren von derzeit 14 auf 50 wachsen. Minister Ramsauer und Unternehmensvertreter starteten am Mittwoch den bis 2015 geplanten Ausbau. Beteiligt sind der Autobauer Daimler, der Tankstellenbetreiber Total und die Industriegase-Hersteller Linde, Air Products und Air Liquide.

©AFP 2012
Foto: Kay Nietfeld

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