Marcel Nguyen gewinnt Silbermedaille
London - Mit einer nahezu makellosen Übung hat der deutsche Turner Marcel Nguyen bei den Olympischen Spielen seine zweite Silbermedaille gewonnen.
Mit 15,800 Punkten musste sich der zweimalige Europameister aus Unterhaching an seinem "Schokoladengerät" nur Ex-Weltmeister Feng Zhe beugen. Der Chinese turnte zwar nicht ganz so exakt wie Nguyen, aber letztlich entschied bei 15,966 Zählern der höhere Schwierigkeitswert zugunsten des 24-Jährigen, der sichtbar durchpustete, als sein Triumph unter Dach und Fach war.
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Als sein zweiter Coup nach dem Gewinn von Silber im Mehrkampf feststand, fiel der 24-jährige Nguyen seinem Trainer Valeri Belenki erleichtert und freudetrunken in die Arme. Nach Fehlern des japanischen Brüderpaars Tanaka nutzte der ehemalige Vize-Weltmeister Hamilton Sabot aus Frankreich die Gunst der Stunde und ließ sich bei der Siegerehrung mit der Bronzemedaille dekorieren. Fast schon routiniert erklomm Nguyen das Siegertreppchen und winkte glückstrahlend den 15.000 Zuschauern in der North Greenwich Arena zu. Seinen Blumenstrauß warf er in die deutsche Fanecke der Arena.
"Ich habe mir einfach vorgestellt, ich sei in meiner Trainingshalle, das hat mich beruhigt", sagte Nguyen, der nach seiner Übung sogar die Gelassenheit besaß, sicherheitshalber schon mal die Schuhe mit dem richtigen Sponsor für die Siegerehrung bereitzulegen. Auch der Gewinn der Mehrkampf-Medaille habe ihm Selbstvertrauen gegeben: "Die Spiele sind viel besser gelaufen, als ich es erwartet hatte."
Mit einem chinesischen Doppelsieg endete die Entscheidung am Schwebebalken. Gold ging an Ex-Weltmeisterin Deng Linlin vor der aktuellen Titelträgerin Sui Lu. Die schon 24 Jahre alte Rumänin Catalina Ponor, Olympiasiegerin 2004 am Balken, kam auf den dritten Platz.
Am Reck hat der ehemalige Weltmeister Fabian Hambüchen aus Wetzlar eine weitere Chance, für den Deutschen Turner-Bund (DTB) eine Medaille zu gewinnen.
Triathlet Jan Frodeno verpasste die erhoffte Medaille. Frodeno kam im Londoner Hyde Park nach einem aufopferungsvollen Kampf immerhin auf Rang sechs. Steffen Justus belegte Rang 16, Maik Petzold Rang 31. Der Sieg ging nach 1500 m Schwimmen, 43 km Radfahren und zehn Kilometer Laufen an den Briten Alistair Brownlee (1:46,25 Minuten), Weltmeister von 2009 und 2011. Zweiter wurde der Spanier Javier Gomez (11 Sekunden zurück), Bronze holte sich Brownlees Bruder Jonathan (31 Sekunden zurück).
Frodeno fehlte eine halbe Minute zu einer Medaille. "Ich habe alles rausgehauen. Ich dachte, dass ich in einer sehr guten Form war. Aber die Jungs da vorne waren in einer anderen Liga", sagte der Saarbrücker, der im Vorfeld der Spiele lange verletzt gewesen war. "Auch wenn es keinen interessiert: Ich laufe erst seit sechs Wochen wieder", sagte er.
Der ehemalige Hürden-Weltmeister Liu Xiang aus China scheiterte spektakulär im Vorlauf über 110 m Hürden: Der Olympiasieger von Athen trat nach dem Start in die erste Hürde und stürzte. Danach wurde der 29 Jahre alte Weltranglistenzweite mit einem Rollstuhl aus dem Innenraum gefahren. Nach Angaben des chinesischen Cheftrainers Feng Shu Yong erlitt Liu einen Achillessehnenriss. Bereits vor vier Jahren bei Olympia in Peking war Liu als Top-Favorit in der ersten Runde ausgeschieden. Damals stoppte den ehemaligen Weltmeister ebenfalls eine Verletzung an der Achillessehne.
Das deutsche Trio verpasste geschlossen das Halbfinale. Der deutsche Meister Alexander John aus Leipzig (13,67 Sekunden), der Offenburger Matthias Bühler (13,68) und Erik Balnuweit (13,77/Leipzig) blieben deutlich über ihren Saisonbestleistungen und schieden in in der ersten Runde aus.
Bei den Windsurfern gab Toni Wilhelm die erste deutsche Männer-Olympiamedaille noch aus der Hand. Der 29-Jährige aus Friedrichshafen belegte im abschließenden Medaillenrennen auf dem RS:X-Board nur den neunten und vorletzten Platz. Mit insgesamt 64 Punkten rutschte Wilhelm in der Gesamtwertung damit von Platz drei hinter den Polen Przemyslaw Miarczynski auf den vierten Rang ab. Als Goldmedaillengewinner stand schon vor dem Finalrennen Dorian van Rijsselberge fest. Es war der erste Triumph überhaupt für die Niederlande im Windsurfen. Silber holte sich der Brite Nick Dempsey.
©AFP 2012
Foto: Thomas Coex










