Deutsche Schwimmer verpatzen Olympia-Auftakt
London - Der ersten Medaillenträume der deutschen Schwimmer sind schon geplatzt: Weltrekordler Paul Biedermann ging zum Olympia-Auftakt im Aquatics Centre regelrecht baden.
Der dreifache Europameister scheiterte über 400 Meter Freistil bereits im Vorlauf. Auch Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen schied mit der 4x100-m-Freistilstaffel überraschend schon im Vorlauf aus. Der Kasache Alexander Winokurow sicherte sich Gold im Straßenradrennen.
_____
Biedermann war die ersten 100 Meter ungewohnt schnell angegangen, sogar rasanter als bei seinem Weltrekord 2009 in Rom (3:40,07). Am Ende fehlte ihm die Kraft für den Schlussspurt, der sonst immer seine Stärke war.
In dieser Form dürfte der deutsche Vorzeigeschwimmer auch über 200 m Freistil keine Chance haben. Bereits am Sonntagmorgen muss er im Vorlauf erneut ins olympische Becken. Schon bei seinem Olympia-Debüt in Peking hatte er über 400 m das Finale verpasst, auf der halben Distanz wurde er dann noch Fünfter.
Das Frauen-Quartett mit Steffen, der Pforzheimerin Silke Lippok, der Essenerin Lisa Vitting und Daniela Schreiber (Halle/Saale) verfehlte als Vorlaufneunter in 3:39,16 Minuten das Finale. Die Bronzestaffel der WM im vergangenen Jahr in Shanghai war auch in London als Medaillenkandidat gestartet.
Schnell verabschiedeten sich am ersten Tag der Schwimm-Wettbewerbe im Aquatics Centre auch die Olympia-Debütanten Yannick Lebherz (Potsdam) und Alexandra Wenk. Die 17-jährige Wenk verpasste als 21. in 58,85 Sekunden das Halbfinale über 100 m Schmetterling. Der deutsche Rekordhalter Lebherz ist nach Platz elf über 400 m Lagen in 4:15,41 Minuten beim ersten Duell der beiden US-Stars Michael Phelps und Ryan Lochte am Abend nur Zuschauer.
Der Deutschland-Achter startete dagegen erfolgreich in seine olympische Gold-Mission. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes zog mit einem Vorlaufsieg vor Vize-Weltmeister Großbritannien und den Niederlanden auf dem Dorney Lake direkt ins Finale ein. Das Finale findet am Mittwoch statt.
Florettfechterin Carolin Golubytskyi verpasste eine Medaille. Die deutsche Meisterin scheiterte im Achtelfinale in der Londoner ExCel-Arena trotz einer zwischenzeitlichen 8:3-Führung an der favorisierten Vize-Weltmeisterin Elisa di Francisca aus Italien 9:15.
Die erste von insgesamt 302 Goldmedaillen bei den Olympischen Sommerspielen geht an China. Schützen-Weltmeisterin und -Weltrekordlerin Yi Ling setzte sich in der Luftgewehr-Konkurrenz mit 502,9 Ringen gegen die Polin Sylwia Bogacka durch, die auf 502,2 Ringe kam. Bogacka verhinderte damit einen chinesischen Doppelsieg, auf Rang drei landete mit 501,5 Ringen Yu Dan.
Gold im Straßenradrennen gewann Alexander Winokurow aus Kasachstan. Der 38-Jährige setzte sich nach 250 km aus einer rund 20-köpfigen Ausreißergruppe vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran durch. Bronze sicherte sich Alexander Kristoff aus Norwegen. Der ehemalige Dopingsünder Winokurow hatte 2000 in Sydney hinter Jan Ullrich Silber geholt.
Am ersten Tag haben die Olympischen Spiele auch ihren ersten Dopingfall: Der albanische Gewichtheber Hysen Pulaku wurde am vergangenen Montag positiv auf das anabole Steroid Stanozolol getestet. Dies gab das Internationale Olympische Komitee (IOC) bekannt und schloss den 20-Jährigen von den Spielen aus.
Infos rund um die Olympischen Spiele










