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USA und Türkei beraten Sturz Assads

USA und Türkei wollen Sturz Assads Istanbul - Die Regierungen der USA und der Türkei haben eine verstärkte Zusammenarbeit zur Beendigung des blutigen Konflikts in Syrien angekündigt.

Es werde an Strategien gearbeitet, "um das Ende des Blutvergießens und des Regimes" von Syriens Präsident Baschar al-Assad "zu beschleunigen", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton in Istanbul. In Syrien selbst gab es nach Oppositionsangaben weiterhin heftige Gefechte.

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Clinton bezeichnete es bei einem Treffen mit ihrem türkischen Kollegen Ahmet Davutoglu als "strategisches Ziel", den Sturz Assads zu forcieren. "Wir steigern den Druck von außen weiter", ergänzte sie und verwies auf neue US-Sanktionen vom Freitag gegen Syriens staatliche Ölgesellschaft Sytrol wegen Geschäften mit dem Iran. Als Grund gab die US-Regierung unter anderem an, Teheran unterstütze Damaskus bei der "Niederschlagung des eigenen Volks".

Washington und Ankara wollen zudem eine Stärkung radikaler Gruppen durch den Konflikt verhindern. Insbesondere für die auch von der Europäischen Union als Terrororganisation eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) dürfe "Syrien kein Rückzugsort werden", sagte Clinton. Davutoglu betonte, "ein Machtvakuum", von dem die gegen den türkischen Staat kämpfende PKK profitieren könnte, müsse verhindert werden.

Clinton zeigte sich besorgt, dass "PKK- und Al-Kaida-Kämpfer Vorteile aus dem legitimen Kampf des syrischen Volks ziehen, um ihre eigenen Ziele durchzusetzen". Die Ministerin beklagte zudem "Verbindungen" der radikalislamischen Hisbollah-Miliz im Libanon zur syrischen Führung. Solche Beziehungen verlängerten "das Leben des Regimes" von Assad und müssten zerschlagen werden.

In Syrien hatte Mitte März 2011 ein landesweiter Aufstand gegen Assad begonnen, den dieser seit Monaten mit aller Gewalt bekämpfen lässt. Seit Beginn des Aufstands wurden nach Angaben von Aktivisten bereits mehr als 21.000 Menschen getötet. Allein am Freitag wurden nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte landesweit 187 Menschen getötet, darunter 111 Zivilisten.

Heftige Gefechte gab es Aufständischen und Menschenrechtsaktivisten zufolge vor allem in der Wirtschaftsmetropole Aleppo und in der Hauptstadt Damaskus. Die oppositionelle Freie Syrische Armee teilte mit, die Rebellen hätten "einige strategische Positionen" im Viertel Salaheddin in Aleppo zurückerobert. Die Aufständischen hatten sich am Donnerstag zunächst vollständig aus Salaheddin zurückgezogen.

In Damaskus lieferten sich Rebellen und Armee nach Angaben der Londoner Beobachtungsstelle heftige Kämpfe um den im Süden gelegenen Stadtteil Tadamun. Im Viertel Kabun waren demnach Schüsse und Explosionen zu hören. Das syrische Staatsfernsehen berichtete von zwei Explosionen in der Innenstadt von Damaskus. Die Armee hatte Anfang August erklärt, wieder die vollständige Kontrolle über die Hauptstadt errungen zu haben.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) rechnet indes mit einem baldigen Sturz Assads. "Es gibt viele Anhaltspunkte dafür, dass die Endphase des Regimes begonnen hat", sagte BND-Chef Gerhard Schindler der Tageszeitung "Die Welt". Assads Armee habe etwa 50.000 ihrer einst 320.000 Soldaten verloren, darunter Verwundete, Deserteure und Überläufer zu den Rebellen. Die "Erosion" des Militärs gehe weiter, sagte Schindler.

©AFP 2012
Foto: Kayihan Ozer

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