Die Welt ist kein Dorf. Mit Berichten und Nachrichten in dieser Rubrik im Paderborner-Blatt können Sie von der Vielschichtigkeit unserer Welt erfahren.
Angriffe auf Haus von iranischem Oppositionspolitiker Karubi
Teheran - Regierungstreue Milizionäre im Iran haben das Haus des Oppositionsführers Mehdi Karubi erneut angegriffen und den Politiker daran gehindert, an einer großen pro-palästinensischen Demonstration teilzunehmen.
Wie Karubis Internetseite Sahamnews berichtet, umstellte die Bassidsch-Miliz am Morgen das Haus Karubis im Norden von Teheran. Unterstützt wurde sie demnach dabei von den Revolutionsgarden, einer Elitetruppe, die eine der zentralen Stützen der Islamischen Republik ist.
_____
Der Internetseite zufolge sollte durch die Belagerung verhindert werden, dass Karubi an der Demonstration zum so genannten El-Kuds-Tag teilnimmt. Mit dem El-Kuds-Tag ("Jerusalemtag") bekundet der Iran alljährlich seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk. In Teheran und anderen iranischen Städten versammelten sich am Vormittag zehntausende Menschen und riefen "Tod den USA" und "Tod Israel", wie das staatliche Fernsehen berichtete.
Das Haus Karubis war nach Angaben seiner Webseite bereits am Donnerstagabend von der regierungstreuen Bassidsch-Miliz attackiert worden. Die Miliz habe den Wohnsitz umstellt und Brandsätze in Richtung des Gebäudes geworfen. Seitdem sei auch die Telefonverbindung unterbrochen. Demnach brachen die Bassidsch-Mitglieder die Haustür auf und mussten von Karubis Leibwächtern durch Warnschüsse vertrieben werden. Der Chef der Sicherheitsleute des Politikers wurde demnach durch Schläge verletzt und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Die Belagerung habe sich erst aufgelöst, als Spezialkräfte vor Ort erschienen seien.
Die Bassidsch-Miliz hatte das Haus laut Sahamnews auch schon in der Nacht zuvor attackiert, Fenster eingeworfen und das Gebäude des früheren Parlamentspräsidenten mit Farbe beschmiert. Zuvor sei das Haus bereits drei Nächte in Folge von den Milizionären belagert worden.
Karubi gilt als einer der profiliertesten Oppositionellen im Iran und bestreitet die Rechtmäßigkeit der Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Juni 2009. Seitdem sind der Reformpolitiker und seine Familie Einschüchterungen durch die Regierung ausgesetzt. Einige seiner Vertrauten wurden inhaftiert, seine Zeitung wurde geschlossen.
©AFP 2010









