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Streik der Tankwagenfahrer legt Griechenland weiter lahm
Athen - Der Streik der Last- und Tankwagenfahrer sorgt in Griechenland auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison weiter für massive Versorgungsengpässe. In den Großstädten Athen und Thessaloniki besserte sich die Lage nach Angaben der Behörden zwar leicht. Aus dem Norden des Landes und von vielen Urlaubsinseln werden demnach aber weiter Probleme gemeldet.
Transportfahrzeuge der Armee sollen die Versorgung wichtiger Einrichtungen des Landes mit Treibstoff - darunter Flughäfen, Elektrizitätswerke und Krankenhäuser - sicherstellen, nachdem die rund 30.000 Last- und Tankwagenfahrer am Freitag beschlossen hatten, ihren Streik unbefristet fortzusetzen. Wie der Fernsehsender NET berichtete, wurden die Armeefahrzeuge von Polizeifahrzeugen eskortiert, um Störungen durch die Streikenden zu verhindern.
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"Wenn die Lastwagen an den Raffinerien am Wochenende beladen werden können, sollte bis zum Montag die Versorgung zu einem angemessenen Grad wieder hergestellt sein", sagte der Vorsitzende des Verbandes der griechischen Tankstellenbesitzer, Michalis Kiousis, dem Radiosender Flash. Einem Bericht der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Athens News Agency zufolge waren am vergangenen Donnerstag vor einer Raffinerie in der Nähe von Thessaloniki bei einer Auseinandersetzung fünf Menschen verletzt worden - darunter ein Polizist.
Hintergrund des Streiks der Tank- und Lastwagenunternehmen ist ein Gesetzentwurf zur Liberalisierung des Berufszweigs. Geplant ist, die Lizenzgebühren drastisch zu senken. Dagegen laufen die Lizenzinhaber Sturm, die seinerzeit hohe Gebühren in Kauf nehmen mussten. Das geplante Gesetz ist Teil der Abmachung zwischen Griechenland und der Europäischen Union sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF). IWF und EU hatten die Pleite des hochverschuldeten Landes mit einem milliardenschweren Rettungspaket abgewendet.
Von dem Streik betroffen ist in Griechenland vor allem die Tourismusindustrie, die ein Fünftel der Wirtschaftsleistung des krisengebeutelten Landes ausmacht. Der Präsident der griechischen Handelskammer, Vassilis Korkidis, sagte dem Fernsehsender Net, der seit vergangenem Sonntag andauernde Ausstand treffe das Land "auf dem Höhepunkt der Urlaubssaison". "Wir haben nun eine ganze Woche verloren", sagte Korkidis. Griechischen Medienberichten aus den Urlaubsgebieten zufolge ließen Urlauber ihre liegengebliebenen Mietwagen auf den Straßen zurück. Im Norden des Landes versuchen die Menschen demnach, sich in den Nachbarländern Bulgarien und Mazedonien mit Treibstoff zu versorgen.
©AFP 2010
Foto: Louisa Gouliamaki









